Die Maya-Stätte Chichén Itzá zählt zu den sieben neuen Weltwundern. Es ist ein mystischer Ort, an dem es Ballspiele um Leben und Tod gab.
Gleich nach dem Eingang fällt der Blick auf die riesige und berühmte Kukulkan-Pyramide von Chichén Itzá. Seit 1988 zählt die berühmteste Maya-Stätte auf der Halbinsel Yucatan zum UNESCO-Welterbe, seit 2000 zu den sieben neuen Weltwundern. Wer davor steht, ist beeindruckt von der gigantischen Stufen-Pyramide, auf der sich zum Frühlingsanfang ein Schlange die Treppe hochschwänget. Eine optische Täuschung, die die Maya so angelegt haben.

Vor der Pyramide, die im Spanischen „El Castillo“ heißt, stehen Dutzende Guides, die ihre Besuchergruppen in die Hände klatschen lassen. Die Stufen reflektieren das Klatschen und wandeln es in das Geräusch eines Vogels um. Es piept von den Stufen. Ein ganz besonderes Echo. Früher durfte man die Pyramide hoch laufen. Doch seit ein Amerikaner dabei zu Tode gekommen ist, weil er runterstürzte, ist die Pyramide gesperrt. Wer auf eine rauf marschieren will, kann das im Dschungel in Calakmul.
Ballspiele konnten tödlich enden
Mindestens genauso berühmt wie die Pyramide ist der Ballspielplatz in Chichen Itza. Zwei Mannschaften mussten versuchen eine Kautschuk-Kugel durch eine steinerne Öse an den Seiten des Platzes zu schießen. Nach dem Spiel wurde eine Mannschaft den Göttern geopfert. Früher dachten Forscher, das sei die Verlierer-Mannschaft gewesen. Aber möglicherweise spielte dabei unser Denken mit hinein. Vielleicht war das Menschenopfer auch eine Belohnung für die Sieger, um zu ihren Göttern aufzusteigen.

Es gibt noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten auf dem Gelände. Den Jaguar-Tempel, den Nord-Tempel, die Gruppe der tausend Säulen, einen Palast, einen Markt oder die heilige Cenote. Von 700 bis etwa 1450 sollen Maya hier gelebt haben. Im 8. bis 11. Jahrhundert soll die Stadt eine überregionale Bedeutung gehabt haben. Ein bisschen nervend ist, dass das Gelände von hunderten Händlern mit ihren Souvenirs zugestellt ist. Andererseits gibt das in der eher armen Region vielen Menschen Arbeit.
Geld wollen Mexikaner bereits verdienen, wenn ihr euch dem Gelände nähert. Sie verkaufen euch für 50 bis 100 Pesos einen Parkplatz. Auch Guides bieten sich euch an. Ihr könnt mit dem Auto aber auch weiter fahren. Vor der Ausgrabungsstätte gibt es einen offiziellen Parkplatz, der etwas teurer ist. Euer Auto steht dann aber direkt bewacht vor der Stätte.
Zweimal Eintritt zahlen
Ach ja, wie bei jeder Ausgrabungsstätte zahlt ihr gleich dreimal: Zuerst für den Parkplatz und dann noch zweimal an der Kasse.Bei einem betrag handelt es sich um den Eintritt, beim zweiten um eine Steuer. Bringt Bargeld mit. Ihr könnt teilweise nur bar bezahlen.

Seit einigen Jahren gibt es zwei Parkplätze. den oben beschriebenen für Privat-Autos und einen zweiten, den ihr ansteuert, wenn ihr mit einer Busreise nach Chichén Itzá fahrt. Solche Touren werden beispielsweise von Cancun, Playa del Carmen oder Tulum angeboten. Ihr könnt das machen, seid aber beispielsweise von Cancun drei Stunden hin und drei zurück unterwegs, wenn ihr mit dem Bus kommt.
Chichén Itzá ist heiß und überlaufen
Wenn ihr individuell anreist, solltet ihr am besten gleich morgens um 8 Uhr dort sein. Dann habt ihr freien Blick auf die Kukulcan-Pyramide. Auch die fliegenden Händler haben sich dann noch nicht richtig aufgebaut. Ein weiterer Vorteil: In Chichén Itzá kann es schrecklich heiß werden. Morgens ist es noch etwas frischer. Die Busse kommen ab etwa 10/11 Uhr. Dann wird es richtig voll. Die Maya-Stätte besuchen jährlich 1,5 Millionen Menschen, an manchen Tagen bis zu 10.000 Personen.
Wer mit dem Auto kommt, kann eine Unterkunft in Valladolid (45 Minuten entfernt) oder Merida (90 Minute entfernt). Beides sind zauberhafte Kolonialstätte, in denen man gut Zeit verbringen kann. Viele Busreisen von Cancun fahren nach dem Besuch von Chichén Itzá noch nach Valladolid, ab 15/16 Uhr wird es. Auch von Tulum und Playa del Carmen gibt es solche Angebote.