2. August 2026

Spitzbergen: Vorsicht vor Eisbären!

Eisbär-Schild in der Nähe des Husky-Lagers

Nirgendwo ist die Chance so groß einem Eisbären zu begegnen wie auf Spitzbergen. Deshalb gelten spezielle Sicherheitsvorschriften.

Das beliebtesten Foto-Motiv in Longyearbyen, dem Hauptort auf Spitzbergen, ist das Eisbär-Schild. Es gibt davon drei. An jeder Ausgangsstraße eins. Am Hafen, in Nybyen und an der Husky-Anlage. „Gjelder hole Svalbard“ steht auf den Schildern: „Gilt für ganz Spitzbergen“, Svalbard ist der norwegische Begriff für Spitzbergen.

Ihr dürft Ort nur mit Gewehr verlassen

Die Schilder bedeuten, dass ihr dahinter nicht mehr spazieren gehen dürft. Jedenfalls nicht ohne Gewehr. Es gibt eine Linie um Longyearbyen, die auf Stadtplänen eingezeichnet ist. Die dürft ihr als als Spaziergänger nicht überschreiten, wenn ihr kein Gewehr dabei habt. Ihr dürft euch nur im Ort frei bewegen, weil es dort genug Möglichkeiten gibt, euch in einem Haus zu schützen, falls ein Eisbär kommt.

In Geschäfte dürft ihr kein Gewehr mitnehmen

In Longyearbyen könnt ihr zwar u.a. in einem Sportgeschäft Waffen kaufen, in Souvenirläden, das Einkaufszentrum oder den einzigen Supermarkt im Ort dürft ihr dagegen keine Waffe mitnehmen. An vielen Läden hängen Verbotsschilder wie oben.

Und das passiert häufiger als es den Einwohnern lieb ist. In den vergangenen 50 Jahren wurden sechs Menschen von einem Eisbären getötet, zahlreiche zum Teil schwer verletzt. Zuletzt starb 2020 ein 38-jähriger Niederländer als ein Eisbär in ein Zeltlager nahe des Flughafens von Longyearbyen eingedrungen war.

Sechs Tote durch Eisbären

2011 kam ein 17-jähriger Brite ebenfalls in einem Zeltlager ums Leben. Ein Bär hatte das Lager, das eine Jugendgruppe etwa 40 Kilometer von Longyearbyen aufgeschlagen hatte, am Morgen überfallen und war in die Zelten eingedrungen. Vier weitere Menschen verletzte er schwer.

Eisbär an der Theke im Radisson – Hotel

In Spitzbergen leben mehr Eisbären als Menschen. Zeitweise bis zu 3.500, die Einwohnerzahl beträgt dagegen nur etwa 3.000. Die beste Zeit, um die Tiere zu beobachten, sind Juli und August. Dann ist das Packeis geschmolzen und die Bären bewegen sich auf dem Festland. Wer sie sehen will, sollte eine Schiffstour um die Inseln buchen, weil sich die Eisbären im Hauptort nur selten sehen lassen.

Ausgestopfter Bär in der Kirche

In Longyearbyen trefft ihr in der Regel nur Plüsch-Eisbären. Die gibt es in jedem Souvenirladen in allen erdenklichen Größen. Viele Geschäftseingänge sind auch mit Bären dekoriert. Oder sie sitzen wie auf dem Foto an der Bar des Radisson-Hotels und schlürfen einen Kaffee.

Ausgestopfter Bär in der Svalbard Kirke
Ausgestopfter Bär in der Svalbard Kirke

Einen ausgestopften Bären trefft ihr in der Svalbard Kirke. Ein Geschenk einer argentinischen Gruppe. Eine argentinische Gruppe hat das Tier 1987 erschossen, weil der Bär die Menschen angreifen wollte. Sie erschossen ihn in Notwehr. Das Tier war noch relativ klein, es soll etwa zwei Jahre alt gewesen sein. Es wurde der Kirche gespendet und steht nun ausgestopft in der Ecke.


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