Habt Ihr den Begriff „Topes“ schon mal gehört? Nach Eurer Mietwagen-Reise durch Mexiko werdet ihr ihn kennen. Das müsst Ihr beim Autofahren in Mexiko beachten.
Staufrei über Landstraßen. Wen „stop and go“ in Deutschland nervt, für den ist Mexiko echt erholsam. Wenn nur die blöden Topes nicht wären…. Und die Verkehrsregeln, die manchmal anders sind als ihr sie in Reiseführern gelesen habt.
Wie schnell darf man in Mexiko fahren?
Die ehrliche Antwort lautet: So schnell wie möglich. Fast niemanden interessieren Geschwindigkeitsbegrenzungen in Mexiko. Radar-Messungen hab ich zumindest in Yucatan nie gesehen. Nicht wundern: Wenn ihr euch an die offiziellen Geschwindigkeiten haltet, überholen euch selbst LKW mit Anhänger. Diese Geschwindigkeiten gelten offiziell:
- Innerorts: 50 km/h
- Landstraße: 80 km/h (der Mexikaner fährt aber gern 120, mit 100 gehört ihr schon zu den langsamen Fahrern
- Autobahn: 110 km/h
Welche Führerschein brauche ich?
Offiziell einen internationalen Führerschein. Ihr bekommt beim Verleiher aber auch mit einem europäischen einen Wagen. Der Autovermieter hätte vermutlich sogar meinen alten grauen Lappen akzeptiert. Nicht vergleichbar mit Ländern wie Australien, die auf einen internationalen Führerschein bestehen.
Wie dicht ist das Tankstellennetz?
Viele Reiseführer warnen, dass man in ländlichen Gebieten kaum Tankstellen findet. Das hat sich in den vergangenen Jahren, aber geändert. Die Halbinsel Yucatan ist gut ausgestattet. Für unsere Verhältnisse sind es sogar sehr viele Tankstellen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, tankt bei Touren übers Land aber auf, wenn er eine Tankstelle sieht.

Warum sind Topes so gefährlich?
Topes nerven und gehen auf den Rücken. Topes (zu deutsch: Hindernisse) sind künstliche Bodenwellen, die eingebaut wurden, um die zum Rasen neigenden Mexikaner einzubremsen. Wenn ihr Glück habt, gibt es vorher Warn-Schilder. Wenn nicht, droht Achsenbruch. Die Topes können sehr hoch sein. Manchmal sieht man sie nicht, insbesondere im Dunkeln sind sie häufig sehr schwer zu erkennen.
Wie sicher ist Autofahren in Mexiko?
Nach einigen Vorfällen ist die Polizeipräsenz in den beliebten Urlaubsgebieten um Cancun sehr hoch. Trotzdem wird überall geraten, die Autos von innen zu verschließen. Niemals bei Autos anhalten, die danach aussehen als ob sie eine Panne haben, da das ein Trick sein kann. Am besten nicht nachts fahren. Wegen der Sicherheit, aber auch wegen der Topes. Das deutsche Auswärtige Amt hat eine Liste mit Verhaltensregeln für Autofahrer zusammengestellt.
Wie muss ich mich Fußgänger verhalten?
Devot! Der Autofahrer hat immer Recht. Auf mexikanischen Straßen gilt das Recht des Stärkeren. Und der ist der Autofahrer. Rechnet nicht damit, dass Fahrer am Zebrastreifen anhalten! Auch deshalb wurden die Topes gebaut. Wo ein Tope ist, müssen Autos bremsen, Fußgänger können also gefahrlos über die Straße.
Was muss ich als Radfahrer beachten?
Mexiko entdeckt das Fahrrad erst. Entsprechend wenig Rücksicht nehmen Autofahrer. Doch Besserung ist in Sicht. Es werden Radwege gebaut. Auf denen gehen dann allerdings häufig Fußgänger oder parken Autos.
Welche Umweltregelungen gibt es?
Eine etwas verwirrende in Mexiko-City. Ihr dürft an bestimmten Wochentagen nicht mit dem Auto in die Stadt. Zum Beispiel montags, wenn ihr eine 5 oder 6 am Ende Eures Kennzeichens habt. Auch samstags dürfen nicht alle Wagen fahren. Diese Warnung findet ihr auf einigen Seiten im Netz. Es gibt jede Menge Ausnahmen. Neuere Autos dürfen fahren, Wagen aus bestimmten Bundesländern, mit denen Mexiko-Stadt Vereinbarungen hat, auch. Die einfachste Lösung: Fragt Euren Vermieter, ob ihr mit dem Leihwagen in die Stadt dürft.
Wo darf ich parken?
Achtet auf ein rundes weißes Schild mit rotem Rand, auf dem im Kreis der Buchstaben „E“ steht. Da dürft ihr den Wagen abstellen. Das Schild ist etwas verwirrend, weil es wie ein deutsches Verbotsschild aussieht (wegen des roten Randes). E steht für Estacionamiento, was zu deutsch „Parkplatz“ oder „Parken“ heißt. Ansonsten: Nicht am Straßenrand parken, wenn der Bordstein gelb oder rot angemalt ist.
Warum haben die Mexikaner permanent den Warnblinker an?
Vor einer roten Ampel, einer Geschwindigkeitsbegrenzung oder einem Topes schaltet der Mexikaner gern die Warnblinkanlage an. Er will damit vor einem Hindernis warnen. Wenn ihr überholen könnt, signalisiert euch das der Vorausfahrende gern mit einem Blinker links. Er will also nicht abbiegen, sondern euch zeigen, dass ihr passieren könnt. LKW, Taxifahrer oder Busse blinken gefühlt permanent. Nur nicht, wenn sie abbiegen wollen.