Richard Wagner in Riga

Das Nationaloper. Am Vorgängerhaus war Wagner angestellt

Richard Wagner komponierte seine erste Oper in Riga. Zwei Jahre war der große Komponist hier als Kapellmeister angestellt.

Ankunft und Abfahrt aus Riga waren etwas chaotisch. Irgendwie typisch Wagner. Mit 24 Jahren traf er in Riga ein. Nicht ganz freiwillig. Das Konzerthaus in Königsberg, bei dem er zuvor angestellt war, hatte finanzielle Schwierigkeiten und konnte ihn nicht mehr bezahlen. Nun hätte Wagner sich in Königsberg eine andere Anstellung suchen können, aber zahlreiche Gläubiger waren hinter dem Komponisten, der gern über seine Verhältnisse lebte, her.

Wagner flieht vor Gläubiger

So landete Wagner in Riga. Das gehörte zu jener Zeit zum russischen Reich, hier war er vor seinen Gläubiger sicher, also nahm er am Deutschen Theater eine Anstellung als Kapellmeister an, dirigierte u.a. italienische Opern. Und begann mit der Komposition seiner ersten Erfolgsoper Rienzi. Doch nach zwei Jahren 1839 verlor er erneut die Anstellung. Was also tun? Ins Deutsche Reich konnte er wegen seiner Gläubiger nicht zurück, in Riga hatte er erneut Schulden gemacht. Also ging Wagner an Bord eines Segelschiffes und floh übers Meer nach London.

Festspielhaus Bayreuth

Auf der schaukligen Überfahrt, die vier Wochen dauerte und bei der das Schiff drohte zu kentern, soll ihm die Idee seiner nächsten Erfolgsoper gekommen sein. Für den Fliegenden Holländer. Nicht nur deshalb war die Riga-Aufenthalt rückblickend für Wagner ein Erfolg. Hier holte er sich auch erste Anregungen für den späteren Bau seines Festspielhauses in Bayreuth. Insbesondere der teilweise unter der Bühne befindliche Orchestergraben und die Zuschauerränge hinterließen tiefen Eindruck bei Wagner.

Riga gedenkt Wagner

In Riga wird inzwischen der Zeit Wagners in der Stadt gedacht. Zum 200. Geburtstag 2013 wurde u.a. der Ring der Nibelungen in der lettischen Nationaloper aufgeführt, es gibt eine Richard-Wagner-Straße und einen nach ihm benannten Konzertsaal.

Riga im Colorfulcities-Video:

Text/Fotos/Video (c) Michael Westerhoff

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