Die Ruinenstadt Great Zimbabwe

Überreste der Burg

Es sind die größten historischen Steingebäude Afrikas südlich der Pyramiden. Die Ruinen von Great Zimbabwe, die dem Land den Namen gegeben haben.

Der König hatte eine gute Aussicht. Von seiner Burg auf der Anhöhe konnte er die ganze Stadt mit seinen 18.000 Einwohnern überblicken. Nur eine kleine schmale Treppe führt nach oben. Seine Untertanen durften ihm darüber tagtäglich das Essen nach oben schleppen. Was er speisen wollte, konnte auf der Burg in eine Steinhöhle rufen. Die hat so ein gutes Echo, dass er unten im Dorf gut verständlich war.

Ruinen der Stadt Great Zimbabwe mit Burg auf dem Berg

Der König saß also sicher auf seiner Burg, von der nur noch Ruinen übrig sind, während seine Untertanen unten Rinder züchteten, Getreide anbauten oder mit Persern und Arabern mit Gold handelten. Vom 11. bis zum 15. Jahrhundert residierte der Munhumutapa-Stamm hier, knapp 40 Kilometer vom heutigen Masvingo entfernt. Der König ließ es sich gut gehen, er soll über 200 Frauen gehabt haben, die er ebenfalls ach oben rufen konnte.

Blick von der Burg auf den Tempel

Zu seinen Füßen lag die Stadt und ein großer Tempel. Um 1450 sollen die Munhumutapas Great Zimbabwe verlassen haben. Vermutlich weil die Böden nicht mehr genug Nahrung hergaben. Der Stamm gilt als Ur-Volk der heutigen Menschen in Simbabwe. Funde in der Ruinenstadt lassen auf die Verwandtschaft der damaligen Herrscher Simbabwes mit der heutigen Bevölkerung vermuten.

Stadtmauer

Die Portugiesen sollen die verlassene Ruinenstadt bereits im 17. Jahrhundert entdeckt, ihr aber wenig Beachtung geschenkt haben. Danach waren wohl einige Briten a diesem Ort, als Entdecker gilt für die Menschen in Simbabwe aber ein Deutscher: Karl Mauch aus dem heutigen Baden-Württemberg. Ein Hilfslehrer, der seine wahre Passion aber in Wanderungen durch Afrika fand. 1871 stieß er auf die Ruinen.

Gedenken an Mauch im Museum in Great Zimbabwe

Mauch ordnete die Ruinen fälschlicherweise dem biblischen Goldland Ophir zu. Möglicherweise weil er tatsächlich in der Umgebung Gold fand, eventuell aber auch weil Reisende vorher behauptet hatten, dass eine solche Steinstadt niemals von Schwarzen geschaffen worden sein konnte. Mauch lag mit seiner Interpretation kräftig daneben, korrigierte sich in späteren Veröffentlichungen aber.

Ruinen der Stadt, die 18.000 Einwohner hatte

Der heutige Landesname Simbabwe, der 1979 (Simbabwe-Rhodesien) bzw. 1980 (nur noch Simbabwe) eingeführt wurde, bezieht sich auf die Ruinenstadt. Auf einem Geldschein ist der Turm der Ruinenstadt zu sehen. Simbabwe selber heißt nichts anderes als steinernes Haus.

Dieser Turm ziert einen Geldschein in Simbabwe

Heute können Sie die drei Teile von Groß-Simbabwe (Burg, Ruinen der Stadt und Überreste des Tempels) besichtigen. Zudem haben die Menschen in Simbabwe neben dem Weltkulturerbe noch ein kleines Dorf mit typischen afrikanischen Rundhäusern errichtet. Möglicherweise haben die Menschen damals so gewohnt. Ganz sicher weiß das niemand.

Das Dorf mit Rund-Häusern

Weil kaum Touristen nach Simbabwe kommen, können Sie in aller Seelenruhe durch die Ruinenstadt wandern. Der Weg auf die Burg ist steil und schmal. Besser keine Sandalen, sondern Senkers oder Wanderschuhe anziehen. Neben der Stadt befindet sich das Hotel Great Zimbabwe, in dem auch schon Lady Diana und Nelson Mandela übernachtet haben. Allerdings vermutlich als das Hotel noch besser in Schuss war. Für eine Nacht ist es aber ok.

Great Simbabwe im Colorfulcities-Video

Text/Video/Fotos (c) Michael Westerhoff

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