Murals – die Wandgemälde in Belfast

Mural in Belfast

Belfast ist berühmt für tausende Wandgemälde an Häusern. Den Murals. Sie sind stumme Zeugen des Nordirland-Konfliktes.

Ein IRA-Terrorist, der im Hungerstreik gestorben ist. Eine schwer bewaffnete Truppe protestantischer Freiheitskämpfer. Der mitteleuropäische Betrachter ist einerseits fasziniert, andererseits aber auch erschrocken, wenn er die Wandgemälde in Nordirlands Hauptstadt besichtigt.

Ein Wandgemälde

Die Geschichte der Murals beginnt bereits 1908 als Großbritannien treue Protestanten ein großes Gemälde von König Wilhelm III., der 1672 bis 1702 herrschte, an eine Hauswand malten. Ein Provokation für die Katholiken. Wilhelm war der Mann, der religiöse Aufstände der Katholiken niederschlug und in einer Schlacht die Iren endgültige besiegte. Er ordnete an, dass der Besitz der katholischen Iren unter Protestanten aufgeteilt wurde.

Den Höhepunkte erlebten die Murals in den 1970er- und 1980er-Jahren als auch die irischstämmigen Bewohner in Belfast und Derry ihre Häuser bemalten. Häufig mit Motiven, auf denen die irische Terrororganisation IRA gefeiert wurde. Die Protestanten konterten diese Bilder wiederum mit martialischen protestantischen Bildern.

Ein Wandgemälde (Mural) in Belfast

Die größten und meisten Murals finden Sie rund Shankil Road (protestantisch), Falls Road (katholisch) und Cupar Way (hier steht die Mauer). Am besten steuern Sie mit dem Mietwagen eine der Straßen an und stellen den Wagen einfach ab. Zu Fuß lassen sich die schönsten Gemälde entdecken. Auch der Hop-On-Bus macht an Mauer und Murals Station (hier mehr Infos). Wer ganz tief in die Kunst und die Geschichte der Murals eintauchen will, kann auch eine geführte Tour buchen.

Text/Fotos/Video (c) Michael Westerhoff

Belfast und Irland im Colorfulcities-Video:

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