David Livingstone – Entdecker der Victoriafälle?

Denkmal von David Livingstone an den Victoriafällen

Ein Denkmal an den Victoriafällen ehrt den schottischen Afrikareisenden und Missionar David Livingstone. Aber ist er wirklich der Entdecker der Wasserfälle?

Eins steht fest: Livingstone hat den Victoriafällen ihren Namen gegeben. Zu Ehren seiner Königin Victoria wählte er ihren Namen. In den Geschichtsbüchern steht er auch als der erste Europäer, der die Wasserfälle entdeckt hat. Daran haben Forscher inzwischen Zweifel.

Die Victoriafälle im Colorfulcities-Video:

1840 brach Livingstone aus London nach Südafrika auf. Seit 1849 durchwanderte der Missionar mehrfach das heutige Botswana bzw. entlang des Flusslaufes des Sambesi. 1855 stieß er dabei auf die Wasserfälle. Allerdings musste er zu vor von der Victoriafällen gehört haben. Von Einheimischen? Dann wäre er tatsächlich der erste Europäer, der sie entdeckt hat.

Es gibt nämlich eine Karte des französischen Kartographen Nicolas de Fer von 1715, auf der der Verlauf des Sambesi und auch den Wasserfall an der richtigen Position zeigt. Woher wusste de Fer das? Vermutlich von den Portugiesen, die bereits 150 Jahre zuvor das südliche Afrika durchkreuzt hatten. Wahrscheinlich haben sie dabei auch die Wasserfälle entdeckt, ihnen aber keine weitere Beachtung geschenkt. Dafür spricht auch, dass Livingstone eine Route wanderte, die in dieser Form bereits auf einer Karte von 1750 eingezeichnet war.

Die Victoriafälle

Bekannt machte die Victoriafälle allerdings erst David Livingstone durch Schilderungen in seinen Büchern, die er auf seinen Reisen verfasste. Nach dem Afrikareisenden aus Schottland ist auch die Stadt Livingstone in Sambia benannt. Sie wurde 1904 mit dem Bau der Sambesi-Brücke gegründet und erhielt den Namen des Forschers. Hier gibt es auch ein Livingstone-Museum.

Text/Fotos/Video (c) Michael Westerhoff

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