5. Oktober 2022

Solsiden – das alte Werft-Gelände in Trondheim

Schicke Restaurants, ein Shoppingcenter, moderne Wohnungen und eine Marina – Solsiden ist das neue Vorzeigeviertel von Trondheim. Früher standen hier Werften.

„Auf der Sonnenseite“, heißt Solsiden übersetzt. Da muss wirklich ein Marketing-Fuchs am Werk gewesen sein, der sich den Namen ausgedacht hat. Heute ist Solsiden tatsächlich ein wunderschönes Viertel. Mit viel Leben, Häusern, an denen Bewohner mit Boot anlegen können und einem schönen Einkaufscenter. Den Reiz macht die Mischung aus alt und neu aus. Schön war es hier aber nicht immer.

Der Nedre Elvehavn mit Gastronomie, Marina und Wohnhäusern

So lautet der Ursprungsname auch nüchtern „Nedre Elvehavn“, zu deutsch: Unterer Flusshafen. Hier schlug bis in die 1970er-Jahre das industrielle Herz Trondheims. Zwei große Werfen waren hier zuhause. Die eine hieß „Ørens Mekaniske Værksted og Jernstøberi“. Ursprünglich eine 1883 gegründete Werkstatt für Schiffsrepararturen, die erst um eine Gießerei und dann ab 1929 um den Werftbetrieb erweitert wurde. In den 1950ern begann der Niedergang mit Konkurs und Verkauf von Unternehmensteilen. 1978 wurde der Schiffbau eingestellt, 1987 der Betrieb komplett stillgelegt.

Darüber stand auf dem Gelände die TMV-Werft, die von 1872 bis 1983 Schiffe baute. Unter anderem mehrere Schiffe für Hurtigruten. TMV steht für Trondhjems Mechanical Workshop. Dies war die wesentlich größere Firma. 1872 war sie aus der Fusion von zwei Unternehmen entstanden und beschäftigte bereits damals 400 Arbeiter. Nach einer Pleite in der Weltwirtschaftskrise in den 1870er-Jahren wuchs sie jahrelang. Zeitweise war sie mit vier Docks das achtgrößte Unternehmen Norwegens.

Die alten Kräne erinnern an den Ursprung des Viertels

Auf dem Gelände wurden nicht nur die Schiffe, sondern auch die Inneneinrichtungen gebaut. Um 1900 beschäftigte das Unternehmen 700 Mitarbeiter. TMV baute die zu der damaligen zeit größten Hurtigruten-Schiffe. 1983 endete der Betrieb von TMV, weil sich die Inhaberfirma lieber auf das lukrative Ölgeschäft als auf den Schiffsbau konzentrieren wollte.

Einkaufszentrum Solsiden

Wer heute über das Gelände geht, ahnt wie riesig die beiden Werften waren. Heute stehen hier zahlreiche Wohnhäuser, aber auch Teile der alten Backsteingebäude, in denen Gastronomie und Teile des Einkaufszentrums (Bild oben) untergebracht sind. Ein Kran erinnert an die Geschichte des Areals als Werftgelände. In der Shopping Mal gibt es unter anderem einen Supermarkt, einen H&M, zahlreiche Boutiquen skandinavischer Firmen und Designer-Haushaltswaren. In der Restaurants am Wasser gibt seine große Auswahl von Pizza bis Tex-Mex.

Die Gastro-Meile im neuen Stadtteil

Im Winter sind Teile der alten Hafenbecken zugefroren und werden als Eislauffläche genutzt. Im Sommer kann man wunderbar am Wasser sitzen.

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