16. August 2022

Eselwandern am Niederrhein

Eselwandern ist ein toller Spaß. Das geht unter anderem bei einem Esel-Bauern in Goch am Niederrhein. An der deutsch-niederländischen Grenze.

„Guten Tag. Mein Name ist Hermann. Und falls ihr glaubt, dass ich mich jetzt bewege, nur weil ihr Eselwandern gebucht habt, habt ihr euch aber sowas von getäuscht.“ Nicht ohne Grund sagt man: Esel sind störrisch. Hermann kann das auch ganz gut. Einfach stehen bleiben und sich nicht mehr bewegen. Insbesondere wenn eine sehr grüne Wiese neben uns beim Eselwandern auftaucht. Ziehen wie bei einem Hund? Keine Chance. So einen 200 Kilo Esel bekommst du nicht so leicht von der Stelle, wenn er nicht will. Aber genau das ist auch irgendwie der Spaß am Eselwandern. Ein Esel, der wie ein Hund hinter einem her wandert, wäre schließlich langweilig.

Sieben Esel leben auf dem Hof

Es ist kalt und regnerisch als wir bei Esel Hermann und seinem Herrchen Frank auf dem Hof ankommen. Kein wirklich gutes Esel-Wetter. Aber wer konnte es ahnen als wir die Tour gebucht haben? Wir bekommen eine kleine Eselkunde von Eselbauer Frank. Inklusive Anleitung wie wir Hermann vorwärts bewegen können, wenn er ganz störrisch ist. Ihn beispielsweise direkt am Geschirr ziehen. Ich finde noch eine bessere Methode heraus. Allerdings leider erst bei Kilometer 9 unserer ungefähr zehn Kilometer langen Tour.

Nach ein paar Minuten Einführung geht es los

Nach ein paar Minuten Einführung bekommen wir eine kleine Karte mit der Route an die Hand. Und natürlich Esel Hermann, der 1998 geboren wurde, und zu den älteren Eseln auf dem Hof gehört. Wir haben die vierstündige Tour gebucht, die immer entlang der Niers geht. Erst links des Flüsschens durch einen Wald, zurück dann über einen Wanderweg über ein Feld. Vorbei an Kloster Gräfenthal, das im Innenhof ein kleines Café hat.

Eingang zum Kloster Gräfenthal

Uns begegnen regelmäßig Hundebesitzer aus der Gegend, die die Esel schon kennen und ihre Hunde anleinen als sie uns erblicken. Nicht etwa wegen Herrmann. Dem sind die Tiere ziemlich egal. Hunde haben aber Angst vor Eseln. Hermann macht sich gut. Er läuft, bleibt selten stehen. Nur wenn es ihm zu flott ist, gibt er uns das zu verstehen. Esel mögen es gemütlich. 3 km/h pro Stunde reicht. Sie sind etwas langsamer unterwegs als Menschen. Es sei denn, es gibt was zu fressen wie ich später erfahren werde.

Esel-ADAC holt zu störrische Esel ab

Erst als wir einem anderen Paar begegnen, ist Schluss mit gemütlich. Die haben Socrates an der Leine. Und der gehört schließlich zu Hermanns Herde. Also will er auf ihn warten. Nach einigem Zerren und gutem Zureden bewegt sich Hermann wieder. Zur Not gibt es einen Esel-ADAC, der das Tier holen würde, wenn es sich gar nicht bewegt. Aber das ist erst ganz wenige Male vorgekommen. Als Socrates aus dem Blickfeld verschwunden ist, will auch Hermann wieder.

Hermann und ich

An einigen sehr saftigen grünen Wiesen, ist er nochmal störrisch, aber sonst ganz brav. Und Fressen zwischendurch auf einer vierstündigen Tour muss schließlich auch mal sein. Dass das Tier auf seine Herde wartet, führt zu ganz lustigen Effekten. Verschwindet ein Begleiter-Mensch mal im Busch bewegt sich Hermann kein Stück. Er wartet bis der Mensch fertig ist und geht erst dann wieder mit seiner ganzen Menschenherde weiter. Und wenn er doch nicht will? Dann will er vielleicht auch einfach nur gekrault werden wie ich leider erst auf Kilometer 9 feststelle. Ein bisschen Kraulen zwischen den Ohren, ein paar nette Worte und schon läuft Hermann wieder.

Eselwandern ist Sport

Nach gut vier Stunden gemütlicher Tour haben wir die Runde geschafft, wir sind am Tor zum Hof angekommen. Da entdeckt Herrmann die Eselbäuerin Krystyna mit einem Napf voller Essen in der Hand. Und schwups sprintet Hermann in einer Geschwindigkeit, die er bei uns zu keiner Minute an den Tag gelegt hat, los. Trotzdem haben wir das Kuscheltier lieb gewonnen. Hermann ist echt ein Spitzenesel. Dadurch dass du den Esel vier Stunden im Schlepptau hast, weißt du nachher auch, was du körperlich getan hast. Eselwandern – ein guter Sport.

Der Hof wird von Frank und Krystyna betrieben. Da in der Nähe von Nimwegen und Arnheim liegen, haben die beiden neben Deutschen auch viele niederländische Kunden. Die sieben Esel des Paares sind gut gebucht. Eselwandern kostet je nach Personenzahl und Länge ab 55 Euro. Über diese Homepage erreicht ihr die Eselbauern aus Goch.

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