28. November 2022

Die wahren Piraten von Batavia

Im Europapark Rust erfreuen die Piraten von Batavia kleine und große Gäste. Dahinter steckt eine blutige Geschichte mit Meutereien, Morden und einem versunkenen Schiff.

Millionen von Menschen sind schon durch die alte und die neue (Unter-)Wasserbahn im Europapark Rust. Durch die alte und die neue, die nach einem Brand wiederaufgebaut wurde. Dabei werden durchaus Anleihen bei der echten Geschichte genommen. Die Niederländer gehörten im 17. Jahrhundert zu den führenden Seemächten. Indonesien war niederländische Kolonie und hieß „Niederländisch Indien“, die Hauptstadt Jakarta trug bis 1942 den Namen Batavia. So weit so real.

Das Schiffswrack-Museum in Fremantle

In der Realität gibt es aber auch das Schiff Batavia, das nur eine einzige Fahrt unternahm. Das 1626 im Auftrag der Ostindischen Handelskompanie gebaute Schiff startete im Oktober 1628 zur seiner Reise Richtung Niederländisch-Indien. Am 4. Juni lief es vor der damals noch erforschten westaustralischen Küste auf ein Riff. Damit begann eine blutige Geschichte, die mit 120 Toten endete. Der Kapitän und einige Führungskräfte entschieden sich, mit einem kleinen Beiboot die 1600 Seemeilen (rund 3.000 Kilometer) bis Jakarta zu fahren. Was tatsächlich gelang.

Unter den zurückgelassenen Seeleuten begann eine Meuterei. Angeführt von einem Kaufmann, der die Macht an sich riss und auf einer kleinen Insel ein Terrorregime errichtete. Er ermordete teils aus Lust und Laune seinen neuen Untertanen. Erst nachdem die Delegation aus Batavia/Jakarta nach Westaustralien zurückgekehrt war, wurde der Kaufmann festgenommen und hingerichtet. Seine Komplizen landeten auf der Insel Java im Knast.

Das Wrack der Batavia in Fremantle

Einige Kanonen und Teile des Schiffswracks sind heute in Fremantle in Westaustralien zu sehen. Direkt an der Küste liegt dort das Schiffswrack-Museum (WA Museum Shipwreck Galleries). Die Batavia ist auch wegen ihrer blutigen Geschichte der große Star des Museums. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten. Doch wer sich für das Schiff interessiert, muss gar nicht so weit reisen.

In Lelystad in der Provinz Flevoland (am IJselmeer) in den Niederlanden liegt ein Nachbau der Batavia (siehe Bild oben). 1985 wurde dort eine Werft gegründet, die nach alten Methoden Holzschiffe nachbaut. Ihr erstes Werk war die Batavia, die jetzt vor Lelystad liegt. Ihr könnt dort die Werft, ein Museum und auch das Schiff besichtigen. Die Batavia ist auch innen ausgebaut, ihr könnt also durch die Räume und auf Deck rumspazieren.

Die Piraten von Batavia im Europapark

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