13. Juli 2024

Radtour durch die „Stahlküche“ in Oberhausen und Duisburg

Die „Stahlküche“ ist eine der schönsten Rad-Touren durch das Ruhrgebiet. Sie führt an alten und aktiven Stahlwerken, am Rhein und am Duisburger Hafen vorbei.

„Stahlküche“ – ein sehr passender Name, den sich der Rad-Planer des Ruhrgebiuets-Tourismus für diese Route ausgedacht hat. Hier dreht sich fast alles um Stahl und ein bisschen was um Schifffahrt. Es geht hautnah an stillgelegten und aktiven Stahlwerken vorbei.

Ich komme mit dem Zug, starte deshalb am Hauptbahnhof Oberhausen. Wenn Ihr mit dem Auto unterwegs seid, könnt ihr das kostenlos am Einkaufszentrum CentrO abstellen und gut von dort losfahren. Ich spare mit CentrO, Gasometer usw. bis zum Ende auf und starte direkte zum Landschaftspark Nord in Duisburg. Gasometer und den gesamten Bereich ums CentrO hänge ich hinten dran.

Ich dachte, gleich nach zwei Kilometern mit einer Pause anfangen, ist blöd. Da doch besser am Ende der Runde, wenn ich schon 40 Kilometer in den Knochen habe. Es geht erst entlang der Emscher, dann auf die Bahntrasse „Grüner Pfand“ entlang. Eine ehemalige Güterstrecke, die früher den Duisburger Hafen mit Zechen und Kokereien verband. Heute führt dort ein zehn Kilometer langer asphaltierter Weg über die ehemalige Bahnlinie. Eine schöne Strecke zum Radfahren oder um spazieren zu gehen her.

Streetfood-Festival im Landschaftspark Nord in Duisburg

Erster Stopp: Der Landschaftspark Nord in Duisburg. Ein altes stillgelegtes Stahlwerk, in dem ihr auf die Hochöfen gehen oder einfach nur durch die verfallenen Anlagen spazieren könnt. Ein wirkliches Erlebnis. Von März bis Oktober finden am Wochenende regelmäßig Feste dort statt. Bei mir ist es ein Streetfood Festival vor der Kulisse des alten Hochofens. Ein schönes Bild.

Weiter geht es Richtung Duisburg Ruhrort. Die Strecke von Oberhausen nach Duisburg führt über den „Grünen Pfad“, eine ehemalige Güterbahnstrecke, auf der heute ein etwa zehn Kilometer langer Radweg verläuft. Früher verband die Emschertalbahn Stahlwerke, Kokereien, Zechen mit dem Duisburger Hafen. Heute nutzen die Verbindung Radfahrer und Spaziergänger.

Hafenrundfahrt in Duisburg im Video

In Duisburg gibt es gleich mehrere Highlights: Es geht vorbei am Hafen. Im Vinckekanal legen eine Straße neben dem Radweg Hafenrundfahrten ab. Hier verläuft auch die Horst-Schimanski-Gasse. Außerdem stehen hier die Museumsschiffe zum „Museum der Deutschen Binnenschiffahrt“ gehören. Wenn Ihr weiterradelt, seid ihr in etwa einem Kilometer am Museum, das in einer alten Badeanstalt von 1910 untergebracht ist. Es ist einen Besuch wert.

Nach dem Abstecher zum Museum geht es einige Kilometer entlang des Rheins. Schiffe fahren vorbei. Familien sind am Wasser unterwegs. Auf diesem Streckenabschnitt ist es etwas voller. Es ist aber der einzige. Es wird schnell wieder ruhiger. Dabei kommt jetzt ein sehr spannender Abschnitt. Ihr kommt direkt an der Kokerei Schwelgern vorbei, eine der größten Kokereien der Welt. Die Kokerei erzeugt Koks-Kohle für das benachbarte Thyssen-Stahlwerk. Auch daran fahrt ihr direkt vorbei.

Die Strecke führt direkt am Stahlwerk vorbei

Hinter der Fabrik landet ihr auf der HOAG-Trasse. Ebenfalls eine alte Bahnlinie, die Hüttenwerke Oberhausen Aktien-Gesellschaft HOAG früher betrieb. Sie verband die Gutehoffnungshütte in Oberhausen mit der Zeche Sterkrade und dem Hafen in Duisburg Walsum. Auf dieser etwa zwölf Kilometer langen Verbindung kommt ihr u.a. an den Resten der Zeche Sterkrade vorbei.

Letztes Highlight ist das ehemalige Gelände der Gutehoffnungshütte. Wo früher Stahl produziert wurde, shoppen heute täglich Tausende in Europas größtem Indoor-Einkaufszentrum, dem CentrO Oberhausen. Hier gibt es gleich mehrere Sachen zu sehen. Die weltweit höchste Ausstellungshalle, den Gasometer Oberhausen, das Kunstmuseum Ludwigsgalerie im Schloss Oberhausen, den Peter-Behrens-Bau mit einer Ausstellung über den Bauhaus-Architekten, das Niederrhein-Stadion von Rot-Weiß-Oberhausen und die spektakuläre Spiral-Brücke „Slinky Springs to Fame“.

Die Slinky-Brücke und der Gasometer liegen an der Strecke

Von dort geht es rund vier Kilometer zurück zum Hauptbahnhof Oberhausen. Der Rundweg ist 47 Kilometer lang. Wegen der vielen Highlights merkt man das aber nicht wirklich. Wenn ihr mit dem Wagen kommt und am Gasometer/CentrO parkt, ist die Tour nur rund 39 Kilometer lang. Die Route könnt ihr in der Grafik unten sehen. Euch reicht aber auch die Zahlenkombination 12 (Hbf. Oberhausen)– 10 – 13 – 25 – 39 – 26 – 24 – 36 – 22 – 21 – 14 – 13 – 10 – 9 (Gasometer) – 12 (Hbf. Oberhausen). Wenn Ihr den Zahlen folgt, braucht ihr kein Navi. Wie das geht, erkläre ich unten.

Radweg „Grüner Pfad“

Fahren nach Zahlen – das Knotenpunktsystem im Ruhrgebiet:

Wegweiser mit Knotenpunkten

Fahren nach Zahlen: Im Ruhrgebiet könnt ihr ohne Navi fahren. Ihr müsst euch vorher nur ein paar Zahlen aufschreiben. Für die oben beschriebene Strecke zum Beispiel: 9 – 10 – 13 – 25 – 39 – 26 – 24 – 36 – 22 – 21 – 14 – 13 – 10 – 9. Der Gasometer ist die Nummer 9. Wenn ihr ab Hauptbahnhof Oberhausen fahrt, lautet Zahlenkombination 12 – 10 – 13 – 25 – 39 – 26 – 24 – 36 – 22 – 21 – 14 – 13 – 10 – 9 – 12. Einfach den Punkten folgen. Klingt komplizierter als es in der Praxis ist. Entlang der gesamten Wegstrecke gibt es Hinweisschilder wie auf dem Foto. Dort seht ihr den Knotenpunkt 49. Von dort geht es wahlweise weiter zu den Punkten 48, 50 und 60. An den Punkten hängen auch große Übersichtstafeln mit allen Knotenpunkten. Ihr braucht kein Navi, keine Google Maps, keine Radfahr-App, einfach den Zahlen folgen.

Aussicht und Ausstellung – der Gasometer in Oberhausen im Video

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