13. Juli 2024

Der bescheidene Kaiserpalast in Kyoto

Über 1000 Jahre war Kyoto Sitz der japanischen Kaiser. Seit 1331 steht auf dem Gelände der eher bescheidene und karge Kaiserpalast.

Ein prächtiges Schloss mit wertvollen Antiquitäten, Kunstwerken, Vorhängen, Goldschmuck? Als Europäer muss man erstmal alles, was man von zuhause von Schlössern und Palästen kennt, vergessen. Prunk, Gold, Marmor? Nein, sowas gab es bei japanischen Kaisern nie. Das mag auch daran liegen, dass sie zumindest bis 1868 nicht mächtig waren. Shogune und Samurai hatten tatsächlich das Sagen im Land.

Kaiserpalast und Nebengebäude sind bescheidene Holzhäuser

Von 794 bis 1868 residierten die Kaiser in Kyoto. Über 1.000 Jahre. Seit 1331 dort, wo heute der Kaiserpalast steht. Der ist mehrfach niedergebrannt, deshalb können wir heute nur einen halbwegs originalgetreuen Wiederaufbau bewundern. Ihr könnt selbstständig übers Gelände gehen, die Palastgebäude oder den kleinen japanischen Garten des Kaisers anschauen.

Ohne Führung oder japanologische Vorbildung sind es einfach Gebäude mit riesigen Schotterflächen davor. Nicht einmal eindrucksvolle Gebäude. Große Holzgebäude. Interessant, aber ehrlich gesagt gibt es wesentlich spannendere Gebäude in Kyoto als den Kaiserpalast. Die nicht weit entfernte Burg Nijo, in der der Shogun saß, zum Beispiel. Oder der Goldene Pavillon oder auch einige Schreine und Tempel.

Japanischer Garten hinter dem Schloss

Die Besichtigung kostet nichts, der Hop on – Bus, Linienbus und die Metro fahren vorbei, also einfach mal rein und selber ein Urteil bilden. Vom Bahnhofsvorplatz von Kyoto sind es mit dem Bus (Haltestelle ausgeschildert) oder mit der Metro zehn Minuten zum Kaiserpalast. Ihr müsst die Karasuma-Line nehmen, Ausstieg: Haltestelle Marutamachi, 4. Haltestelle nach dem Bahnhof. Ihr geht von dort zum Palast durch einen großen Garten, der den Palast umgibt. Der besteht aber hauptsächlich aus Wiesen, ein paar Bäumen und Schotterwegen.

Ihr findet auf verschiedenen Webseiten und in Reiseführern häufig Hinweise, dass der Palast nur an bestimmten Tagen geöffnet ist. Oder dass man ihn nur mit Führung besichtigen kann. Das war früher so. Heute könnt ihr einfach hinfahren und durchgehen.

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