Ohne Bergbau würde es auf Spitzbergen vermutlich kaum Menschen geben. Hier könnt ihr einen Überblick über die Bergwerke bekommen.
Drei Nationen haben Bergbau auf Spitzbergen betrieben: Norweger, Russen und Schweden. Das hat was mit dem Status der Inselgruppe zu tun. Svalbard – wie es die Norweger nennen – steht zwar unter norwegischer Verwaltung, hat aber durch den Spitzbergenvertrag von 1920 einen Sonderstatus.
Nur noch ein geöffnetes Bergwerk
Dadurch darf sich jeder Bürger eines Unterzeichnerstaats und auch jedes Unternehmen dort ansiedeln. Als Deutsche, Österreicher oder Schweizer dürftet ihr umgehend nach Spitzbergen ziehen und euch selbständig machen. Steuern gibt des auch kaum, weil die nur für Dinge auf Spitzbergen verwendet werden dürfen.

Doch zurück zu den Bergwerken. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts waren zahlreiche Zechen in Betrieb. Mittlerweile ist es nur noch eine einzige, eine russische. Norwegen hat die letzte Zeche 2025 geschlossen. Das hat dazu geführt, dass das Land jetzt Diesel zur Energieversorgung von Spitzbergen importiert statt heimische Kohle zu verwenden. Norwegen wollte die Zechen aus politischen Gründen (wegen klimaschädlicher Emissionen von Kohle) nicht weiter betreiben.
Ein Bergarbeiter-Denkmal in der Fußgängerzone von Longyearbyen erinnert an die Bergbau-Tradition der Stadt, die nun ein Ende gefunden hat. Kohle, Helm und Werkzeuge wurden später von Inselbewohnern vor die Skulptur gelegt.
Die norwegischen Bergwerke
Die Nummerierung der Zechen rund um Longyearbyen geht auf die Entdeckung der Kohlevorkommen zurück. Die Grube 3 ist beispielsweise die vorletzte, die erschlossen wurde, trägt trotzdem die Nummer 3. Alle liegen in oder um Longyearbyen.
Die Gruben in und um Longyearbyen
Grube 1a: „Die Amerika-Grube“ (1a) liegt direkt an einem Hang in Longyearbyen. Hier begann die Bergbaugeschichte des Ortes mit der Erschließung der ersten Vorkommen durch den US-Amerikaner John Munro Longyear. 1916 verkaufte er sein Business an den norwegischen Staat. Die Grube 1a war von 1905 bis 1920 in Betrieb. Im Januar 1920 starben 26 Bergleute bei einer Gasexplosion im Schacht. Danach schlossen die Betreiber die Grube.
Grube 1b: Am selben Berg wie 1a. 1938 – 1955 in Betrieb. 1982 abgerissen

Grube 2a: Auf der anderen Seite Richtung Nybyen. Kohleabbau von 1921 – 1937. Im Zweiten Weltkrieg von kanadischen Truppen zerstört. Die Kanadier wollte nicht, dass die Gruben in die Hände der Wehrmacht fielen. Alle Bergwerke fielen dieser Zerstörung zum Opfer.
Grube 2b: „Die Weihnachtsmann-Grube“ – Mit Unterbrechung im Zweiten Weltkrieg 1937 bis 1968 aktiv. Heute die wichtigste Grube für Kinder. Hier wohnt nämlich der Weihnachtsmann. In der Adventszeit steht am Fuß des Berges ein Briefkasten, in den die Kinder Wunschzettel einwerfen können.
Grube 3: Die zweitjüngste in Longyearbyen. Von 1971 – 1996 in Betrieb. Hier könnt ihr heute selbst durch die Stollen krabbeln. Im Bergwerk Grube 3 befindet sich ein Museum. Zudem ist in einem Stollen die nordische Samenbank, in der Samen aus skandinavischen Ländern lagern, untergebracht. In einem zweiten lagern auf im Arctic World Archive Kulturgüter aus der ganzen Welt. Zum Beispiel eine Kopie von Edvard Munchs Schrei.
Grube 4: Nur sehr kurz vom 1966 – 1970 in Betrieb, weil sich der Abbau der Kohle als sehr schwierig erwies. Bei Nybyen, einem Vorort von Longyearbyen. In der Nähe von Grube 2.
Grube 5: Die erste Grube der norwegischen Bergbaugesellschaft, die außerhalb von Longyearbyen lag. 1955 – 1971 wurde Kohle abgebaut.
Grube 6: Auch hier war der Abbau äußerst schwierig, deshalb nur von 1969 – 1989 in Betrieb.
Grube 7: Die größte und letzte Zeche. ebenfalls außerhalb von Longyearbyen. Sie war die erste, aus der die Kohle ausschließlich von LKW abtransportiert wurde. 1975 – 1978 und 1981 – 2025 in betrieb. Die größte und modernste Zeche der Insel. Aufgrund einer Poltischen Anweisung aus Oslo stillgelegt. Es sind aber noch Kohlevorräte vorhanden.
Bergwerke außerhalb der Region Longyearbyen
Ny-Ålesund: 1916 von drei Geschäftsleuten aus Ålesund auf dem Festland gegründet. Sie bauten zwischen 1916 und 1929 Kohle ab. Der Abbau rentierte sich aber nicht. 1945 bis 1963 eröffnete der norwegischen Staat die Zeche erneut.
Svea-Nord: In Svea. 70 Kilometer südöstlich von Longyearbyen. Der Ort war nur mit Flugzeug und Schiff zu erreichen. 1971 hat eine schwedische Firma mit der Erschließung der Kohle begonnen, später übernahmen die Norweger. Kohleförderung bis 2017. Svea-Nord war die größte Zeche auf Spitzbergen.

Die russischen Zechen
Barentsburg: Einzige noch in Betrieb befindliche Zeche auf der Inselgruppe. 1920 erwarb Russland Bergbaurechte, 1932 ist dann Barentsburg gegründet worden. Auf der Zeche sollen nur 20 bis 25 Menschen arbeiten. Sie soll unrentabel sein. Russland hält sie vermutlich aus strategischen Gründen offen, um weiter auf der wichtigen Inselgruppe hoch im Norden präsent zu sein.
Pyramiden: Das zweite Bergwerk aus Sowjet-Zeiten. 1998 geschlossen, weil es unrentabel war. Heute eine Geisterstadt.
Grumant: Noch eine Geisterstadt. Hier wurde in den 1950ern Kohle von den Russen abgebaut. Bereits 1962 geschlossen. Seither verfällt der Ort.