Longyearbyen und Hammerfest streiten sich traditionell um den Titel nördlichste Stadt der Welt. Aber es gibt noch andere Kandidaten.
Nördlichste Tankstelle, nördlichste Kirche, nördlichste Brauerei – Longyearbyen hält einige Rekorde inne. Aber ist die Stadt auf Spitzbergen wirklich die nördlichste der Welt. Es gibt einige Konkurrenten.
Hinter den Orten findet ihr Angaben wie 70° 40′, also 70 Grad und 40 Minuten. Das sind die offiziellen Breitengrade anhand derer man messen kann, was nördlich ist. Je größer die Grad-Zahl desto nördlicher liegt die Stadt.
Reykjavik (Island) 64° 08′
Reykjavik ist die nördlichste Hauptstadt der Welt. Eine wirklich sehenswerte, die ich nur empfehlen kann. Aber natürlich ist die Hauptstadt von Island nicht die nördlichste Stadt.
Norilsk (Russland) 69° 20′
Norilsk liegt mitten im russischen Nirgendwo in Sibirien und gehört zu Asien. Es liegt etwas südlicher als Hammerfest. Seit 1953 hat Norilsk Stadtrechte, erfüllt also auch dieses Kriterium. Mit 175.000 Einwohnern ist es der größte Kandidat auf der Liste. Unbestritten ist: Norilsk ist die nördlichste Großstadt der Welt, denn Murmansk (375.000 Einwohner) liegt einen Hauch südlicher.

Hammerfest (Norwegen) 70° 40′
Hammerfest galt lange Zeit als nördlichste Stadt der Welt. Bis 1997 Honningsvåg am Nordkap Stadtrechte bekam. Heute wirbt Hammerfest mit nördlichste Stadt Europas. Ob sie das wirklich ist, liegt im Awirbt damit, dass der Ort mit 11.000 Einwohnern die nördlichste Stadt der Welt sei.

Honningsvåg (Norwegen) 70° 59′
Auch Honningsvåg beansprucht den Titel „nördlichste Stadt der Welt. Der Ort am Nordkap hat geschickt den Lauf der Geschichte für sich genutzt. Ab 1993 konnten sich norwegische Orte selbst die Stadtrechte verleihen. Das kleine Örtchen mit 2.500 Einwohnern schlug zu und sicherte sich die Bezeichnung „Stadt“. Inzwischen hat Norwegen das Gesetz wieder abgeschafft und Städte werden wieder ernannt. Honningsvåg gewann aber in den 00er-Jahren einen Prozess gegen das Land und darf deshalb weiter den Titel „Stadt“ tragen.
Siorapaluk (Grönland/Dänemark) 77° 47′
Siorapaluk ist die nördlichste Siedlung Grönlands. der Ort beansprucht für sich den Titel „nördlichste natürliche Siedlung der Welt“. Damit grenzt sich der Ort von Longyearbyen und Ny-Ålesund auf Spitzbergen ab, die beide ehemalige Bergarbeiter-Orte sind. beide wären nicht entstanden, wenn hier keine Kohle gefunden worden wäre. Sie sind als nicht natürlich entstanden. Es gibt sogar noch einige nördlichere Siedlungen, in denen wohnen heute aber keine Menschen mehr.

Longyearbyen (Spitzbergen/Norwegen) 78° 22′
Mit der Lage auf dem 78. Breitengrad gehört Longyearbyen auf jeden Fall zu den größten nördlichsten Siedlungen. Aber ist Longyearbyen eine Stadt? Dagegen spricht, dass Norwegen dem Ort keine Stadtrechte verliehen hat. Andererseits hat Longyearbyen mit seinen knapp 3.000 Einwohnern aber einen Sonderstatus. Spitzbergen gehört zwar zum norwegischen Königreich, hat aber eine gewisse Autonomie, es gelten zum Beispiel keine norwegischen Steuergesetze.
Seit 2002 wählen die Einwohner einen eigenen Gemeinderat, der die Geschicke des Orts bestimmt. Also wie in einer Stadt. das spricht dafür, dass Longyearbyen auch ohne Stadtrechte eine Stadt ist. Aufgrund des Sonderstatus‘ von Spitzbergen kann man sich aber darüber streiten, ob der Ort auch eine Stadt ist. Norwegen hat Longyearbyen keine Stadtrechte verliehen.
Ny-Ålesund (Spitzbergen/Norwegen) 78° 55′
Ny-Ålesund liegt – ebenfalls auf Spitzbergen – noch einen kleinen Hauch nördlicher als Longyearbyen. In dem ehemaligen Bergbau-Örtchen leben aber nur je nach Jahreszeit 30 bis 120 Menschen. Von Stadt würde ich also nicht reden. Ny-Ålesund gehört aber zu den nördlichsten Orten auf der Welt.
Nagurskaja (Russland) 80° 48′
Eine der nördlichsten Siedlungen der Welt. Nagurskaja liegt auf der Inselgruppe Franz-Josef-Land im Nordpolarmeer. Die Deutschen haben hier im Zweiten Weltkrieg eine Wetterstation betreiben, heute ist es eine russische Militärstation mit etwa 50 stationierten Soldaten. Also nicht wirklich eine Stadt.
Station Nord (Grönland/Dänemark) 81° 36′
Eher eine Forschungsstation und Militäreinrichtung als eine Stadt. Die Station Nord war bis 1953 eine US-amerikanische Militärbasis und wurde danach von den dänischen Streitkräften übernommen. Dort sind fünf dänische Soldaten stationiert. Man kann also nicht wirklich von einer Stadt reden.
Alert (Kanada) 82° 30′
Definitiv die nördlichste Siedlung der Welt. Alert ist aber ein Militärstützpunkt der kanadischen Armee, das Örtlichen hat nur 62 Einwohner.