Viele Rundreisen planen einen Stopp in Campeche ein. Lohnt sich der Besuch?
Was hab ich alles über Campeche gelesen? „Ein Muss auf der Halbinsel Yucatan“, „herrliche Strand-Promenade“, „wunderschöne Kolonialstadt“? Zahlreiche Reiseführer empfehlen einen Abstecher in die Stadt am Golf von Mexiko. Also überprüfen wir mal.

Koloniale Innenstadt
Ja, Campeche hat eine schöne koloniale Innenstadt. Rund um den Plaza de Indepencia findet ihr echt schöne historische Gebäude und die Kathedrale von 1650. Auch in den Seitenstraßen findet ihr tolle Häuser. Nur: Merida und Valladolid haben wesentlich mehr und insbesondere schöner restaurierte Gebäude. Im Ort ist bei vielen leider im wahrsten Sinne des Wortes der Lack ab. Das seht ihr auch ganz gut beim Foto ganz oben.

Mächtige Mauer gegen Piraten
Sehenswert ist die ab 1668 errichtete Stadtmauer mitten in der Stadt. Campeche war vorher häufig Opfer von britischen und niederländischen Piraten. Nachdem die Stadt bei einem Seeräuber-Angriff dem Erdboden gleich gemacht wurde, entschlossen sich die Spanier zum Bau der Mauer. Ihr könnt raufklettern. Ein durchaus beeindruckendes Bauwerk.

Promenade am Meer
Die kilometerlange Uferstraße wird in zahlreichen Reiseführern hervorgehoben. Die wäre vielleicht wirklich schön, wenn es einen Zugang zum Meer geben würde. So ist es ein Beton-Boulevard, der für Touristen eigentlich wenig Sinn macht. Es gibt keine Cafés, Restaurants oder Kneipen. Man kann bis auf wenige Stellen eigentlich nirgendwo sitzen. Eine mehrspurige Straße verläuft neben der Promenade.
Gesamtbild
Campeche ist in die Jahre gekommen. Überall bröckelt es. Auch die meisten Hotels haben die besten Zeiten hinter sich. Es hatte mal einer die Idee, die Stadt als Tourismus-Magnet zu entwickeln. Koloniale Innenstadt mit Meerzugang. Klang doch ideal. Nur was hat man von einem Meer, an dem kein Tourist liegen, sitzen oder schwimmen kann?
Von Campeche zu den Mayas
Die Ausgrabungsstätte Uxmal ist etwa zwei Stunden entfernt. Die erreicht ihr aber auch vom wesentlich schöneren Merida. Wer zu der mitten im Urwald gelegenen Maya-Stadt Calakmul will, kann Campeche dagegen gut als Zwischenstation einbauen. Von Campeche sind es etwa 4,5 Stunden dort hin. Das ist aber wesentlich näher als aus Merida.
Fazit
Campeche kann man machen, muss man aber wirklich nicht. Merida und Valladolid sind wesentlich schöner. Es sei denn, ihr wollt nach Calakmul. Dann kann ein Zwischenstopp sinnvoll sein.