Die Svalbard Kirke ist die nördlichste Kirche der Welt. In ihr gibt es nicht nur ein Kreuz, sondern auch einen Kamin und einen Eisbären.
Es sieht gemütlich skandinavisch aus. Alles ist in hellem Holz gehalten, es gibt einen Kamin, Kirchenbänke, aber auch Tische und Stühle. Die Svalbard Kirke ist eine interessante Mischung aus Kirche, Gemeindehaus, Veranstaltungssaal und Café. Sonntags und dienstags werden Gottesdienste abgehalten, zu anderen Zeiten gibt es auch nicht-christliche Veranstaltungen.

Der große Stolz der Gemeinde ist das wirklich schöne bunte Kirchenfenster der norwegischen Künstlerin Veslemøy Nystedt Stoltenberg, das installiert wurde. Es heißt „Licht“. Im Sommer soll Licht durch das bunte Fenster in den Kirchenraum fallen, im dunklen Polarwinter, in dem die Sonne tagelang nicht aufgeht, soll das Licht nach außen fallen.
Kirche mit Eisbär
Bei einem Besuch wird euch auch ein Eisbär auffallen. Ein Geschenk einer Reisegruppe aus Argentinien, die 1987 in Spitzbergen war. Bei einer Tour segneten sie einem Eisbären, den sie in Notwehr erschossen. Anschließend ließen sie das etwa zwei Jahre alte Jungtier ausstopfen und schenkten es der Kirche. Seither steht der Bär im Kirchenraum.

Die Svalbard Kirke steht etwas abseits des Ortskerns. Das hat einen Grund. Hier war einmal das alte Longyearbyen. Einige Holzpfähle im Boden zeugen noch davon. Das sind Pfähle, auf denen die alten Häuser gestanden haben. Bis sie – genauso wie die Kirche – 1943 bei Angriffen der deutschen Wehrmacht zerstört wurden.
Alte Kirche im Krieg zerstört
Nach dem Krieg dauerte es 15 Jahre bis das kleine Örtchen eine neue Kirche bekam. Zwischenzeitlich gab es Gottestdienste in einem Mehrzweckraum, der dem Bergbau-Unternehmen gehörte. Der Gottesdienst fand zwischenzeitlich am Rand des Ortes im Huset, indem heute ein gutes Restaurant Speisen serviert, statt. 1958 bekam die Gemeinde endlich wieder.

Bis zu 40.000 Menschen besuchen jährlich die Kirche. Nur ein Viertel stammt von den Inseln, der überwiegende Teil sind Touristen. Wenn die Aida oder andere große Schiffe in Longyearbyen anlegen, wird es voll, sonst habt ihr die Kirche eigentlich für euch.
Weil Longyearbyen ein kleiner Ort ohne Versammlungsräume ist, bildet die Kirche so etwas wie den Mittelpunkt des Ortes, an dem sich die Einheimischen treffen. Die Svalbard Kirke ist zwar offiziell eine protestantische, Es besuchen sie aber auch Protestanten, Katholiken oder russisch-orthodoxe Christen, die im benachbarten russischen Barentsburg leben.
Dass das Gotteshaus die „nördlichste Kirche der Welt“ ist, relativ unumstritten. Anders ist das bei der nördlichsten Stadt der Welt. Longyearbyen ist nur einer von mehreren Kandidaten. Alle Städte, die Anspruch auf den Titel erheben, findet Ihr hier.