Der alte Elbtunnel in St. Pauli

Der alte Elbtunnel in St. Pauli

Den großen Elbtunnel kennt jedes Kind. Doch es gibt noch einen zweiten in St. Pauli, durch den man zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren kann.

Das Gebäude habe ich schon X Mal gesehen. Ein großer Klotz in der Nähe der St. Pauli Landungsbrücken. Dass es hier in den St. Pauli Elbtunnel geht, wusste ich bis vor Kurzem nicht. Ja, den normalen 1975 eröffneten Elbtunnel (offiziell „Neuer Elbtunnel“) kenne ich, aber dass es einen älteren Bruder gibt, war mir bislang unbekannt.

Der alte Elbtunnel in St. Pauli

Bereits 1911 wurde der St. Pauli Elbtunnel gebaut. Durch ihn gingen oder fuhren die Angestellten der Werft Blohm und Voss zu ihrem Arbeitsplatz im Hamburger Hafen. Ursprünglich trabten hier Pferde mit Gespannen durch, später dann Autos. Nicht mit einer Rampe oder Zufahrt sondern mit einem Lastenaufzug, den man heute als Fußgänger benutzen darf, ging es für Pferde und Autos in die Tiefe. Zwei wunderschön gekachelte Röhren führen 426 Meter lang unter der Elbe von St. Pauli ans andere Ufer nach Steinwerder.

Auf der Seite der Landungsbrücken ist der ursprüngliche Eingang, ein imposantes Gebäude (siehe Foto) noch erhalten. Der Turm auf der anderen Elbseite wurde im Krieg zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Statt der großen Kuppel gibt es auf der anderen Elb-Seite nur ein schmuckloses Flachdach auf dem Ausgang.

Eingang zum alten Elbtunnel in St. Pauli (direkt neben den Landungsbrücken)

Als der Tunnel 1911 eröffnet wurde, galt er als technische Sensation. Heute ist er für den Hafen eher ein Ärgernis. Er ist nämlich dafür verantwortlich, dass der Hafen immer weiter elbabwärts Richtung Meer wanderte. Weil Containerschiffe inzwischen riesig sind und einen enormen Tiefgang haben, war ihnen der Tunnel im Weg. Die Hamburger hatten also nur die Wahl, den Tunnel wieder abzureißen oder den Hafen zu verlegen. Sie entscheiden sich glücklicherweise für den Erhalt des inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Tunnels.

Seit 2019 sind beide Tunnel Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Autos müssen seither einen Umweg über die Elbbrücken fahren, wenn sie auf die andere Seite wollen. Der Durchgang bzw. die Durchfahrt mit dem Rad kosten nichts.

Text/Fotos (c) Michael Westerhoff

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