18. Oktober 2021

Munkholmen – Insel vor Trondheim

Die Insel Munkholmen – eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Trondheim. Sie ist flott mit dem Schiff erreichbar. Ganz Mutige gehen baden.

Ich ziehe den Reißverschluss nochmal bis oben zu, stopfe mein T-Shirt in die Hose. Etwas schattig heute, denke ich. Damit bin ich in der Schlange zum Boot offenbar allein. Vor und hinter mir stehen nur Einheimische. Mit Badetasche und Handtuch in der Hand. Viel Spaß, denke ich. Der Norweger ist hart im Nehmen. Tatsächlich sind auf dem Schiff kaum Touristen. Munkholmen ist die Bade- und Ausflugsinsel für die Trondheimer.

Fahrt zur Insel

Hinrichtungsstätte, Kloster, Festung, Gefängnis, deutsche Verteidigungsanlage, Badeinsel. Munkholmen hat in den vergangenen 1.000 Jahren schon einiges erlebt. Schon die Wikinger nutzten die Insel für Hinrichtungen, der erste christliche König Norwegens Olav I. setzte die blutige Tradition fort und ließ die Köpfe zweier seiner Gegner hier auf Pfählen ausstellen. Von 1100 bis zur Reformation befand sich ein Benediktinerkloster auf der Insel, aus dieser Zeit stammt auch der Name Munkholmen (deutsch: Mönchsinsel). Anschließend wurde sie mehrfach als Festung genutzt.

Auch die deutsche Wehrmacht nutzte die strategische Lage vor den Toren Trondheim, um hier eine Verteidigungsanlage zu bauen. Die Deutschen schützen von hier aus die U-Boot-Anlagen Dora im Hafen von Trondheim. Auf der Insel stehen noch einige deutsche Verteidigungsgeschütze. Einige Erweiterungen der Insel gehen auf die Wehrmacht zurück, sie betrieb auf der Insel auch eine Kaserne, die aber nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen wurde.

Strand vor den Mauern

Heute befindet sich auf der Insel Munkholmen ein Museum, ein Kunsthandwerk-Shop, ein Restaurant und zahlreiche Picknick-Plätze. Teile der Festung mit Resten des alten Klosters können besichtigt werden. Ganz Mutige legen sich zu den Norwegern in die Sonne und trauen sich ins Wasser.

Der Boot braucht für die zwei Kilometer lange Strecke etwa 20 Minuten. Es startet Ravnkloa in der Trondheimer Innenstadt. Direkt an den Lagerhäusern. Es fährt je nach Andrang und Wetter im Halb-Stunden oder Stunden-Takt.

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