29. September 2022

10 Fragen – 10 Antworten Südkorea

Südkorea gehört zu den wenig entdeckten Reiseländern. Seit K-Pop auch bei uns populär ist, fahren zunehmend junge Leute auch nach Seoul und ins Land. Hier die wichtigsten Fragen (und Antworten).

1. Warum funktionieren bei Google Maps und Apple Karten nicht richtig?

Die südkoreanische Regierung fürchtet, dass Nordkorea Google und Apple zur Spionage verwenden könnte. Sie hat die beiden US-Konzerne deshalb aufgefordert, bestimmte Fläche unkenntlich zu machen, die beiden haben sich aber geweigert. Fußwege und Autostrecken lassen sich deshalb nicht mit den beiden Navigations-Apps berechnen. Der ÖPNV in Seoul funktioniert aber. Auch wenn man durch die Straßen geht, sieht man bei Google und Apple, wo man sich befindet. Das ist nicht ganz so komfortabel wie man es kennt, man kommt mit den Apps aber zurecht. Eine Alternative ist „Naver Map“. Das ist so etwas wie das südkoreanische Google. Die App hat alle von Google Maps bekannten Funktionen. Ich persönlich finde die Eingabe aber sehr umständlich, zum manches nur in südkoreanischen Zeichen ausgeworfen wird.


2. Wann ist eine gute Reisezeit für Südkorea?

Herbst und Frühjahr sind die besten Reisezeiten. Von März bis Juni oder von September bis November. Der Winter kann eiskalt mit Minustemperaturen werden. Im Sommer ist sehr heiß bei unheimlich hoher Luftfeuchtigkeit. Es gibt zeitweise heftige Monunregenfälle, die 24 Stunden dauern. Ein Schirm gehört deshalb zur Standard-Ausrüstung im Sommer. Und Adiletten sind auch praktisch, weil es so heftig regnet, sodass ihr von oben bis unten klitschnass werdet.


3. Was ist in Südkorea verboten?

Drogenkonsum wird scharf geahndet. Die Polizei unterscheidet dabei nicht zwischen harten und weichen Drogen. Es gibt in Clubs immer mal wieder Haartests durch die Behörden. Also Finger weg, auch von THC. Pornographie ist übrigens auch verboten. Auch wenn das heute eher selten vorkommt, weil die meisten Filme im Netz schauen. DVDs oder Pornohefte darf man nicht ins Land einführen. Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind erlaubt. Das heißt aber noch lang nicht, dass sie gern gesehen sind. Ihr werdet keine Händchen haltenden Männer treffen. Übrigens auch nur selten küssende heterosexuelle Paare. Küssen in der Öffentlichkeit war lange nicht gern gesehen. Auch wenn es nicht verboten ist, werdet ihr eher selten küssende Paare treffen.


4. Wie viel Trinkgeld gebe ich in Korea?

Die Antwort ist einfach: Keins. Trinkgeld ist in Korea nicht nur unüblich, es wird auch als unhöflich angesehen. Trinkgeld ist gleichgestellt mit Almosen.


Der Flughafen Incheon in Seoul – bei der Einreise gibt es Geldautomaten
5. Welche Kreditkarten gelten?

Im Grunde genommen gelten alle Kreditkarten. Im Grunde. Manchmal funktionieren europäische nicht bei Ketten wie 7eleven oder Kiosken. Es schadet nicht, wenn ihr also etwas Bargeld dabei habt. Manchmal geht auch Handy-Bezahlen, wenn die Kreditkarte versagt. In Korea gibt es Kartenlesegeräte, die den Magnetstreifen auslesen. Der ist aber bei deutschen Karten häufig deaktiviert. Deutsche Karten funktionieren in der Regel über einen Chip und nicht über den Magnetstreifen auf der Rückseite.


6. Welche Währung gilt in Südkorea?

Südkoreaner zahlen mit dem Won. Es ist durchaus sinnvoll, ein wenig Bargeld abzuheben, falls (siehe oben) die Kreditkarte mal nicht funktioniert. Außerdem kann der MPASS für die U-Bahn nur bar bezahlt werden (gilt nur für den MPASS, die anderen gibt es auch mit Karte). Direkt nach der Einreise am Flughafen steht eine ganze Batterie an Geldautomaten.


7. Welche Impfungen brauche ich?

Es gibt keine Pflichtimpfungen (außer Covid19). Das Auswärtige Amt empfiehlt die üblichen Impfungen wie Hepatitis A und B, Tollwut und Tetanus. Das Robert-Koch-Institut rät zudem in bestimmten Fällen auch zu einer Impfung gegen Japanische Enzephalitis, einer Hirnhautentzündung. Wer sich impfen lassen sollte, steht in dieser Empfehlung des RKI


8. Welches Visum?

Wer einen Pass aus einem EU-Land hat, braucht kein Visum. EU-Bürger können sich bis zu 90 Tage visumsfrei in Südkorea aufhalten. Allerdings ist eine Anmeldung der Einreise über das K-ETA-System erforderlich. Das ist unproblematisch. Die Genehmigung kommt in der Regel innerhalb weniger Minuten per Mail. Es schadet nicht, wenn ihr das K-ETA-Formular ausgedruckt zu euern reiseunterlagen packt. In der Regel sollten die Grenzschützer das aber elektronisch aufrufen können, wenn ihr bei der Einreise euern Reisepass vorlegt.


Die Innenstadt von Seoul – Platz vor der City Hall
9. Komme ich mit englisch durch?

Sagen wir mal so: Mit Händen und Füßen ist es manchmal einfacher als mit Englisch. Aber wer schon in entfernteren tTeilen der Welt war, kennt es: Irgendwie verständigt man sich dann doch. Jedenfalls können viele – auch junge Leute – kaum englisch in Südkorea.


10. Gibt es viel Kriminalität?

Südkorea ist eines der sichersten Reiseländer. Vielleicht nur noch mit Japan vergleichbar. Natürlich gibt es hier auch Kleinkriminelle. In Kriminalitäts-Rankings belegt Südkorea regelmäßig einen der letzten Plätze. Man fühlt sich im Land so sicher wie in kaum einem europäischen Land (vielleicht mal abgesehen von der Schweiz). Auch nachts kann man sich überall hintrauen.

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