Taipeh wirbt mit dem Wort „unentdeckt“ für Reisen in die Hauptstadt von Taiwan. Es ist wirklich schade, dass so wenige Menschen Taipeh entdecken. Es ist nämlich eine tolle Stadt mit überraschend vielen Highlights.
1. Auf Taipeh 101 fahren
Das Hochhaus mit 101 Stockwerken seht ihr aus jedem Winkel der Stadt. Taipeh 101 war von 2004 Bis 2009 das höchste Gebäude der Welt. Die Form des Hauses soll an eine Pagode erinnern. Von oben habt ihr einen tollen Blick über die Stadt und die Berge rund um Taipeh. Weil das Haus viel höher als die restlichen in der Stadt ist, habt ihr einen super Überblick.

2. Den Elephant Mountain besteigen
Im Sommer eine Schweiß treibende Angelegenheit. Wenn ihr die 600 Stufen zum Elephant Mountain raufgestiegen seid, werdet ihr aber mit einem fantastischen Blick auf Taipeh 101 belohnt. Insbesondere in der Dämmerung und bei Sonnenuntergang ein tolles Erlebnis. Da versammeln sich allerdings viele auf der Aussichtsplattform.

3. Zur Chiang-Kai-shek-Gedenkstätte gehen
Chiang-Kai-shek war der langjährige Herrscher und Staatsgründer der Republik China. Fünf Jahre nach seinem Tod wurde ihm diese Gedächtnishalle gewidmet. Innen drin ist eine Statue des Ex-Herrschers und seine Geschichte zu sehen. Das Gebäude ist schon wegen seiner Größe sehr eindrucksvoll. Daneben stehen zwei wunderschöne Gebäude: Das Nationaltheater und das nationale Konzerthaus. Alle drei Gebäude sind sehenswert. Und ein bisschen Taiwan-Geschichte lässt sich auch lernen.

4. Tempel besichtigen
Beim Baoan-Tempel habt ihr gleich zwei unterschiedlicher Glaubensrichtung nebeneinander. Den Baoan- und den Konfuzius-Tempel. Der Baoan-Tempel ist ein taoistischer Tempel. Das erkennt ihr an den farbenfrohen Dekorationen. Der Konfuzius-Tempel ist dagegen eher schlicht. Oder wie Menschen in Taiwan es Europäern erklären: Konfuzius-Tempel sind Bauhaus, maoistische Barock. Zu den Tempeln gelangt ihr mit der roten Tamsui-Xinyi-Linie. Haltestelle: Yuanshan. Der berühmteste Tempel in Taipeh ist aber der Longshan-Tempel (blaue Linie Bahnhof Longshan Temple). Der ist 250 Jahre alt und ein Mischtempel beider Glaubensrichtungen.

5. Nach Tamsui oder Keelung ans Meer fahren
Der Sandstrand liegt nur eine halbe Stunde von Taipeh entfernt. Jedenfalls mit dem Auto, mit der Bahn und dem Boot braucht ihr über eine Stunde. Trotzdem ein toller Ausflug. Rein in die Metro und ab zu Sandstrand und Vergnügungsviertel am Meer bei Tamsui (Wegbeschreibung und Details findet ihr hier). Eine Alternative ist Keelung, das ist der Kreuzfahrthafen von Taipeh. Liegt also auch am Meer. Ebenfalls problemlos mit dem Zug erreichbar (Beschreibung und Sehenswürdigkeiten hier).

6. Streetfood auf einem Nachtmarkt essen
Auf einem typischen Nachtmarkt bekommt ihr viele Köstlichkeiten aus Gar-Küchen, teilweise auch Kleidung und Schuhe. Manche sind sogar eine halbe Kirmes, auf der ihr beim Dosenwerfen oder beim Enten versenken mitspielen könnt. Die meisten sind einfache Märkte, auf denen die Stände täglich ab- und aufgebaut werden, der hinter dem Longshan-Tempel findet dagegen in einer überdachten Passage, in der es richtige Geschäftslokale gibt, statt. Die größten Nachtmärkte findet Ihr hier im Artikel.

7. In die Altstadt gehen
Auf der Dihua Street gibt es alte europäische Häuser und viele chinesische Geschäfte. Neben der traditionellen Händler ziehen aber auch immer mehr Kunsthandwerker, kleine Cafés und Souvenirläden ein. Die Dihua Street ist einer der wenigen Punkte, an denen es wirklich überlaufen ist. Hier trefft ihr viele Touristen. Die Straße ist relativ lang, ihr könnt hier gut 20 bis 30 Minuten bummeln.

8. Die schiefen Briefkästen ansehen
Die schiefen Briefkästen sind ein Mahnmal an einen verheerenden Taifun, der 2015 acht Todesopfer in Taiwan forderte. Der Sturm hatte eine Reklametafen auf die Postkästen gewirbelt, dabei verbogen sie. Bis heute sind sie in Betrieb. Die Post verstärkte nur die Verankerung im Boden.

9. In Ximen auf dem Regenbogen stehen
Jung, schrill, laut und hip. Das ist Ximen. Ein Shopping-Paradies für unter 30jährige mit vielen trendigen Läden, Pop-Up-Stores und Shops für Schnick-Schnack. Auf jeden Fall sehenswert mit vielen Insta-Spots wie dem Regenbogen (siehe Foto oben) oder den vielen Leuchtreklamen. Ximen ist sowas wie der Times Square von Taipeh. Hier ein Überblick über Ximen und weitere Shoppingviertel

10. Die Qual der Wahl: Von Wachwechsel bis Badehaus
Bei einige Städten hab ich die Schwierigkeit, zehn wirklich gute Tipps zusammenzubekommen. Bei Taipeh ist es genau umgekehrt. ich könnte euch beispielsweise noch den Märtyrer-Schrein empfehlen (siehe Bild oben), dort gibt es stündlich Wachwechsel. Dort werden die Toten geehrt, die für Taiwan gestorben sind. Neben Soldaten sind es neuerdings auch Zivilisten wie ein Lehrer, der Kindergartenkinder aus einem brennenden Bus gerettet hat und dabei selbst ums Leben gekommen ist.
Und noch ein paar Tipps…
Schön ist auch eine Seilbahnfahrt mit der Maokong Gondola. Ihr schwebt über die Hügel von Taipeh in die Teeanbaugebiete. Das japanische Badehaus Beitou ist ebenfalls sehenswert. Oder ihr steht eher auf Technik? Es gibt zwei irre Kaufhäuser, in denen es nur Elektronik gibt. Über 12 Etagen. Irre. Die findet ihr unter Punkt 4 in dieser Liste. Ach ja, auch toll ist der „Huashan 1914 Creative Park“ (steht auch in der Liste auf Platz 9). Das ist ein altes Weingut, das heute ein Zentrum mit Ausstellungen, Musik, Kunsthandwerksläden etc. ist. Abends und am Wochenende ist da richtig was los.