14. Oktober 2026

Das Weltkulturerbe – gelagert in Bergwerk auf Spitzbergen

Hinter diesem Tor in Grube 3 lagern die Kulturschätze

Das Weltkulturerbe auf Spezialfilm. Auf Spitzbergen sind in einem Stollen wertvolle Werke der Menschheit gelagert. Was dort lagert und wie ihr es besichtigen könnt.

„Der Schrei“ von Edvard Munch, die brasilianische Verfassung, Manuskripte der Vatikanischen Bibliothek oder die deutsche Gutenberg Bibel. Sie gelten als kulturell so wertvoll, dass sie im Arctic World Archive (AWA) liegen. Die norwegische Firma Piql hat sie erst digitalisiert und dann auf einem speziellen Film wieder ausgespielt. Dieser Film ist langlebig und auch analog abspielbar.

Haltbar für 1000 Jahre

Bis zu 1.000 Jahre soll der Film haltbar sein. Ziel ist es, die historisch bedeutenden Objekte zu archivieren. Diese besonderen Werke der Menschheit sollen damit vor Krieg oder Naturkatastrophen geschützt werden. Sie sollen so für die Nachwelt erhalten bleiben.

Der Ausblick von der Grube 3 auf Spitzbergen ist fantastisch

Das AWA ist so etwas wie der kleine unbekanntere Bruder des benachbarten Global Seed Vault, dem Saatgut-Tresor, in dem Millionen verschiedener Samen lagern. Die Global Seed Vault wurde 2008 im Permafrost von Spitzbergen errichtet, damit die Samen geschützt sind. Sie sind sozusagen im Berg tiefgefroren.

Für Svalbard als Lagerstätte sprechen zahlreiche Gründe: Zum einen der Permafrostboden. Die gelagerten Gegenstände sind selbst dann tiefgefroren, wenn es einen Stromausfall gibt. Zudem ist die Insel eine entmilitarisierte Zone. Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges ist also geringer als in anderen Weltgegenden.

Besichtigung der Grube 3 und des Archivs

Das war letztendlich der Grund, warum das Weltkulturerbe hier gelagert ist. Die Kulturgüter liegen in Containern in einem langen alten Kohlenstollen des 1996 stillgelegten Bergwerks Grube 3. Ihr könnt die Grube 3 besichtigen. Bei der Tour kommt ihr auch am Eingang zum „Kultur-Stollen“ vorbei. Rein darf man leider nicht. Die Tour ist trotzdem ganz spannend, weil ihr das Bergwerk anschauen und (wenn ihr wollt) durch schmale Schächte krabbeln könnt.


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