13. Juli 2024
USA

Das Carter – House in Franklin – stummer Zeuge einer blutigen Schlacht

Die Einschusslöcher dokumentieren die Schrecken des amerikanischen Bürgerkriegs. Rund um das Carter-House fand eine große Schlacht statt. Familie und Kinder schützten sich im Keller.

Die Wand ist löchrig wie ein Sieb. Das Tageslicht fällt durch die etwa 1.000 Einschusslöcher nach innen. Ein Blick auf die Wand dokumentiert wie schrecklich die zweite Schlacht von Franklin (1864), bei der mindestens 2.000 Soldaten starben. Während oben die Schlacht tobte, versteckte sich die Carter-Familie mit der Lotz-Familie von der gegenüber liegenden Straßenseite im Keller des Hauses.

Wand mit Einschusslöchern

Das Bauernhaus und die Nebengebäude wurden 1830 errichtet. Die Familie baute Baumwolle an. Die Sklaven wohnten in der Nähe des Haupthauses. Das Haus mit originalgetreuer Einrichtung kann genauso wie der Keller, in der die Familie während der Schlacht wohnte, besichtigt werden.

Ein Sohn der Familie, Tod Carter, verlor sein Leben bei der Schlacht. Tod war in der Konföderierten Armee und drei Jahre nicht zuhause. Kameraden brachten ihn mit einer Kugel im Kopf nachhause. Tod lebte noch, starb aber zwei Tage nach der Schlacht am 2. Dezember 1864.

Die Kanone erinnert an die Schlacht von Franklin

Die Schlacht von Franklin wurde von den Südstaaten, von den Konföderierten, gewonnen. Die Unionisten mussten sich nach Nashville zurückziehen. Allerdings erlitten die Südstaaten so hohe Verluste, dass man die Schlacht durchaus auch als Niederlage werten kann.

Vom Winde verweht – Roman spielt in Franklin

Die Schlacht von Franklin spielt auch im Bürgerkriegs-Epos „Vom Winde verwehrt“ eine Rolle. Rhett Butler erzählt, dass er an der Schlacht teilgenommen hat. Der 2005 erschienene Roman „The Widow of the South“ von Robert Hicks spielt auf der benachbarten Carnton-Plantage und dreht sich ebenfalls um die Schlacht.

Das Carter-House könnt ihr genauso wie die Lotz-Villa und die nicht weit entfernte Carnton-Plantage besichtigen. Führungen (nur auf englisch) sind ein sehr eindrückliches Erlebnis, das einem das Schicksal der Familien sehr nahe bringt. Wer nicht mit dem Mietwagen unterwegs ist, kann ab Nashville eine Tour zu allen drei Schauplätzen der Schlacht buchen. Zur Tour gehört auch ein Stopp im schönen Örtchen Franklin.

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