7. Februar 2023

Tour durch Recklinghausen

Von der spektakulären Halde über ein Festspielhaus bis zum Trainingsbergwerk. Recklinghausen hat für eine Stadt mit 110.000 Einwohnern erstaunlich viele Sehenswürdigkeiten.

So etwas nennt man heute wohl eine Win-Win-Situation. Kunst gegen Kohle. So begann die Geschichte der Ruhrfestspiele in Recklinghausen. Weil die Hamburger Theater keine Kohle zum Heizen hatte, machte sich im Winter 1946/47 eine Delegation auf den Weg ins Ruhrgebiet, um in den zechen nach Kohle zu fragen. Illegal an den Besatzungsmächten vorbei versorgten die Kumpel die Theatermacher mit Kohle. Aus Dank kamen 1947 150 Schauspieler der Hamburger Bühnen nach Recklinghausen, um dort einige Stücke aufzuführen.

Das Ruhrfestspielhaus auf dem Grünen Hügel

So entstanden die Ruhrfestspiele. Das bringt Recklinghausen einmal im Jahr in die Tagesschau und in die Kulturteile der Zeitungen. Immer am 1. Mai starten die Ruhrfestspiele im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel und gehen dann bis Mitte Juni. Das Haus wurde 1965 eröffnet und später in den 1990er-Jahren um ein Tagungs- und Kongresszentrum erweitert. Es lohnt sich auch die Umgebung zu erkunden. Hier befinden sich der Stadtgarten und der Tierpark mit rund 250 Tieren, sehr vielen heimischen, aber auch Affen und Kaktus. Der Eintritt in den Tierpark ist kostenlos.

Auch die Innenstadt solltet ihr nicht verpassen. Recklinghausen hat eine tolle Altstadt mit Fachwerkhäusern, die teilweise im 16. Jahrhundert gebaut wurden. Daneben gibt es einige prächtige jüngere Bürgerhäuser aus dem 19. Jahrhundert. Zudem das Prunkstück der Stadt: Das 1908 erbaute Rathaus. Von der 1347 erbauten Stadtmauer (siehe Bild ganz oben) sind leider nur noch 200 Meter erhalten. Gleich daneben steht die 1701 errichtete Engelsburg, in der heute ein schönes Hotel zuhause ist.

Das Observatorium auf der Halde Hoheward

Ein weiteres Highlight: Die Halde Hoheward mit Observatorium und Sonnenuhr. Hier liegen die Reste des Kohleabbaus aus drei benachbarten Zechen. Sie türmen sich auf 150 Metern Höhe. Daraus ist ein tolles Naherholungsgebiet für Spaziergänger und Mountainbiker geworden. Auf Recklinghausen Seite steht mit der Drachenbrücke eine weitere Sehenswürdigkeit. Auf Hertener Seite findet ihr die Zeche Ewald mit dem Wasserstoffzentrum. Ihr könnt vom Parkplatz an der Zeche auf die Halde Hoheward gehen. Alternativ gibt es auf Recklinghausener Stadtgebiet den Parkplatz „Halde Hoheward“ an der Herren Straße 198.

Kopf der Drachenbrücke

Nicht einmal zwei Kilometer von diesem Parkplatz entfernt, findet ihr das Trainingsbergwerk (Wanner Str. 30). Hier wurden früher echte Bergleute der Ruhrkohle AG ausgebildet, heute zeigen ehemalige Bergleute hier wie der harte Job eines Bergmanns unter der Erde funktioniert hat. Es gibt auf 1,3 Kilometer Länge ausgebaute Stollen. Eine kleine Bahn fährt durch den Stollen. Ehemalige Bergleute veranstalten hier Führungen. Seit 2021 darf hier unter Tage auch geheiratet werden, die Stadt führt standesamtliche Trauungen durch.

Das alte VEW-Umspannwerk

Ein letzter Höhepunkt befindet sich in Recklinghausen-Süd. Zwei Kilometer vom Trainingsbergwerk entfernt: Das unter Denkmalschutz stehende 2001 stillgelegte Umspannwerk. Direkt hinter dem historischen Gebäude von 1928 befindet sich Deutschlands einziges Museum für Elektrizität. Hier wird die Geschichte der Elektrizität von den Anfängen bis heute gezeigt. Außerdem steht in Recklinghausen-Süd in der Fußgängerzone eine alte Persiluhr.

In diesem Artikel stehen die Highlights der Stadt Recklinghausen. Mehr Sehenswürdigkeiten aus den Städten des Kreises Recklinghausen findet ihr im Artikel „10 Sehenswürdigkeiten im Kreis Recklinghausen“. Da geht es u.a. auch um Ausflugsziele in Gladbach, Waltrop, Dorsten, Herten und Castrop-Rauxel.

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