29. September 2022

10 Dinge, die Ihr im Kreis Recklinghausen unternehmen könnt

Grün wie das Münsterland, industriell wie das Ruhrgebiet. Der Kreis Recklinghausen hat aus beiden Welten etwas zu bieten: Ein Wasserschloss genauso wie alte Zechen.

Der Kreis Recklinghausen ist mit über 600.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Landkreis in Deutschland. Und er ist vergleichsweise groß. Von Waltrop im Osten bis zum Schloss Lembeck im Westen sind es über 50 Kilometer, eine dreiviertel Stunde Autofahrt, auf der aber eine Menge Sehenswürdigkeiten liegen.

Wobei im Kreis Recklinghausen das Schiff (siehe Bild oben) auch ein gutes Fortbewegungsmittel ist. Hier befindet sich das Datteln Meer, das Schiffshebewerk Henrichenburg (siehe Tipp unten) und die Lippe fließt auch noch durchs Kreisgebiet. Allein durch Datteln fließen auf 17 Kilometer Länge vier Kanäle: Dortmund-Ems-Kanal, Rhein-Herne-Kanal, Wesel-Datteln-Kanal und Datteln-Hamm-Kanal. Datteln nennt sich deshalb größter Kanalknotenpunkt der Welt. An den Ufern lässt es sich toll spazieren und Rad fahren.

Der Landkreis ist ohnehin ideal für Radfahrer. Hier im nördlichen Ruhrgebiet/südlichen Münsterland ist die Landschaft topfeben, die höchsten Berge sind alte Kohlenhalden. Wunderbar sind auch die Touren entlang der Kanäle. Im Kreis Recklinghausen gibt so viel zu sehen, dass ich unter manch eine Tipp noch ein paar weitere für die betreffende Stadt schreiben musste. Es wäre zu schade, die zu übersehen.


Zeche Waltrop mit Blick auf die Halde

1. Auf der Zeche Watrop beim Manufactum-Outlet-Store shoppen (Waltrop)

Die Zeche Waltop – eins der schönsten Zechengelände im Ruhrgebiet. Mit wunderschön hergerichteten alten Maschinenhallen. Mit einer kleinen Halde, auf die man klettern kann, vor der Haustür. Und mit echtem Leben in den Gebäuden. Und mit neuem Leben: Die Firma Manufactum sitzt mit ihrer Hauptverwaltung und einem Kaufhaus auf dem Zechengelände. Toll ist auch, dass hier mal alle Gebäude mit


Schloss Lembeck

2. Im Schlossgarten am Wasserschloss Lembeck spazieren (Dorsten)

Das 1670 gebaute Wasserschloss gehört zu den schönsten Ausflugszielen im nördlichen Ruhrgebiet. Hinter dem Schloss befindet sich noch ein bunter Schlossgarten. Im Schloss selber ist ein Heimatmuseum. Führungen durch das Schloss gibt es leider nur für Gruppen in Absprache mit der Schlossverwaltung. Schloss Lembeck gehört Graf von Mehrveldt, er ist ein Nachfahre der Erbauer. Einmal im Jahr um Fronleichnam findet auf dem Schloss-Gelände die Open-Air-Messe „Landpartie“ statt. Sowas wie das Landlust-Magazin zum Anfassen. Mit Land-Mode, Oldtimern, Landhaus-Möbeln etc. Zur Landpartie kommen über 15.000 Besucher.


Die Mottbruchhalde

3. Die Braucker Alpen besteigen (Gladbeck)

Die Wanderschuhe müsst ihr für diese Alpen nicht schnüren. Die Braucker Alpen, benannt nach dem Stadtteil Gladbeck Brauck, sind zwei Bergbauhalden. Maximale Höhe 138 Meter. und doch lässt sich zur Mottbruchhalde mit Windrad (siehe Bild oben) ein schöner Spaziergang machen. Von oben habt ihr einen herrlichen Blick, beispielsweise auf den Tetraeder in Bottrop. Die benachbarte Halde 22 ist eine kleinere etwas verwilderte Halde. Nicht so sehenswert. Höchstens wenn ihr mit dem Mountainbike durch die Wälder rasen wollt.

Weiterer Tipp für Gladbeck: Die historische Fabrik Zweckel mit Fördergerüsten


Im Hintergrund: Das älteste Hebewerk von 1894

4. Der Schleusenpark (Waltrop/Castrop-Rauxel/Datteln)

Andere Städte haben einen Stadtpark, das Ruhrgebiet einen Schleusenpark. In Henrichenburg stehen gleich vier Schleusen nebeneinander. Die älteste 1894 gebaut von Kaiser Wilhelm II., daneben drei weitere. Ein Teil kann einfach besichtigt werden, auch der im Sommer grüne Schleusenpark mit Blick auf Kanal und Schiffe (siehe Bild ganz oben). Das erste Hebewerk ist Teil eines Freilichtmuseums, in dem auch einige alte Schiffe gezeigt. Kernstück ist aber das Alte Hebewerk und die Technik, die in Schleusen steht.


Observatorium auf der Halde Hoheward

5. Halde Hoheward – Drei Sehenswürdigkeiten auf einen Schlag genießen (Recklinghausen/Herten)

Im Grunde sind das schon gleich drei Sehenswürdigkeiten in einem: Die Halde Howard mit dem Observatorium oben drauf, die Drachenbrücke, die übers Gelände führt und letztendlich die Zeche Ewald in Herten: Tagen ich vorn an: Die Halde Hoheward gehört mit einer Höhe von 151 Metern zu den großen alten Kohlenhalden im Ruhrgebiet. Rundherum ist in den 2000er-Jahre ein tolles Gelände mit Spazierwegen und Strecken für Mountainbiker entstanden. Oben auf der Halde steht ein Observatorium sowie ein Obelisk mit Sonnenuhr, spektakulär auch die Drachenbrücke über eine Straße im Recklinghausener Süden. Die Halde ist u.a. durch Reste, die bei der Kohlförderung auf der benachbarten Zeche Ewald angefallen sind, entstanden. Auf der Zeche Ewald ist heute ua. ein Wasserstoff-Forschungszentrum zuhause.


Strand am Halterner Stausee

6. Der Halterner Stausee schwimmen, spazieren, klettern oder radfahren (Haltern)

Es gibt einen Sandstrand in Haltern, Schunkelbuden wie am Ballermann, Beach Cafés, Segelboote, Klettergarten. Fast wie am Meer. Der Halterner Stauseen ist ein beliebtest Ausflugsziel – insbesondere im Sommer. Die 1927 bis 1930 und 1972 erweiterten Seen gehören zu den kleineren Talsperren in Nordrhein-Westfalen. Möhne, Bigge oder Sorpe im Sauerland sind wesentlich größer. Von hier werden etwa eine Million Menschen im nördlichen Ruhrgebiet und Westmüsterland mit Trinkwasser versorgt. Tolles Ausflugsziel auch für Radfahrer.


Lange Bank einer Gaststätte auf dem Zechengelände

7. Essen und trinken auf der Zeche Fürst Leopold (Dorsten)

Die Zeche Fürst Leopold war noch bis 2001 in Betrieb. Sie gehört zu den relativ spät geschlossenen Zechen. Seit 2013 blüht das alte Areal wieder auf, weil in zahlreiche historische Gebäude Gaststätten, Cafés und Restaurants eingezogen sind. Bei Sonne sitzt es sich super im Biergarten vor Backstein-Kulisse. Eins der alten Fördergerüste der Zeche Fürst Leopold steht noch. Gleich hinter dem Gebäude, das auf dem Foto zu sehen ist (rechts oben im Foto zu sehen, im Artikel über Fürst Leopold ist sie groß abgebildet).


Zeche Erin

8. Über die grüne Zeche Erin spazieren (Castrop-Rauxel)

Die Zeche Erin ist ein Stück Irland im Ruhrgebiet. Der Name leitet sich nämlich von „Eire“, der irischen Bezeichnung für Irland ab. Die Zeche wurde von einem irischen Kaufmann gegründet. Von 1867 bis 1983 war sie in Betrieb. Heute ist auf dem Gelände ein kleiner Park mit Tümpel und Hügeln entstanden. An die Bergbaugeschichte erinnert das Fördergerüst, das nach Schließung des Bergwerks erhalten blieb.

Drei weitere Tipps für Castrop-Rauxel: Die Sonnenuhr auf der Halde Schwerin, das futuristische Rathaus mit Europahalle, der Hammerkopfturm Schacht Erin 3


Das Ruhrfestspielhaus auf dem Grünen Hügel

9. Auf den Grünen Hügel gehen (Recklinghausen)

Nicht nur Bayreuth hat einen Grünen Hügel mit Festspielhaus, auch Recklinghausen. Und auch dort gibt es Kultur. Im Ruhrfestspielhaus. Entstanden ist das Festival, das immer um den Tag der Arbeit, den 1.5. stattfindet, in der Nachkriegszeit. Die Kumpel förderten Kohle für die Theater in Hamburg, im Gegenzug gaben die Schauspieler aus Hamburg Vorstellungen in Recklinghausen. Seit 1965 gibt es das Festspielhaus, das in den 1990ern um ein Tagungsort- und Kongresszentrum erweitert wurde. Auch die Umgebung ist schön: Im Stadtpark und im Tierpark, die beide am Festspielhaus liegen, lässt sich bei schönem Wetter gut Zeit verbringen.

Weitere Tipps für Recklinghausen: Die Stadt hat eine schöne Altstadt mit Festungsanlage, das Umspannwerk in Recklinghausen-Süd mit Strommuseum


Das Freizeitbad von außen – mit den Wasserrutschen

10. In der Wellness-Oase und dem Spaß-Bad Maritimo erholen (Oer-Erkenschwick)

Das Maritimo in Oer-Erkenschwick ist eine Kombi aus Freizeitbad und Wellness-Landschaft. Im Spaßbad gibt es (siehe Foto) zwei große Wasserrutschen, mehrere Becken draußen und drinnen. Die Wellness-Oase mit elf Saunen und großer Liegewiese draußen ist eine der schönsten im Ruhrgebiet. Hier kann man den Tag im Kreis Recklinghausen gut ausklingen alles.

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