13. Juli 2024

Radfahren und Spazierengehen im Stanley Park

Der Stanley Park ist die grüne Oase von Vancouver Downtown. Ideal für eine Runde mit dem Leihfahrrad oder einen langen Spaziergang.

Der Stanley Park in Vancouver ist der größte Stadtpark Kanadas, größer als der Central Park in New York. Allerdings ist er nicht künstlich bewaldet oder gestaltet wie die meisten Stadtparks, sondern weitgehend natürlich. Auf dem Areal stehen etwa eine halbe Million Bäume (wer auch immer die gezählt hat). Viele stammen noch aus dem 19. Jahrhundert und sind teilweise bis zu 75 Metern hoch. Durch den Park führt eine breite Straße nach North Vancouver. Die fällt wegen der Größe des Parks aber nicht großartig auf.

Blick aus dem Stanley Park auf die Skyline

Wenn ihr einmal außen um den Park wollt, seid ihr mindestens neun Kilometer unterwegs. Wer sich noch die Sehenswürdigkeiten anschaut und etwas kreuz und quer geht, ist noch einige Kilometer mehr unterwegs. Deswegen der Tipp mit dem Leihrad. Das ist die beste Art, um den Stanley Park zu erkunden. Wer mit dem Leihwagen durch Kanada unterwegs ist, kann genauso das Auto nehmen. Es führt eine Straße direkt an der Küste entlang. Das ist derselbe Weg, den ihr mit dem Rad nehmen würdet. Parkplätze (mit Parkschein!) gibt es reichlich.

Der Park hat in erster Linie natürlich Natur zu bieten. Ist schließlich ein Park. Die Lage ist ganz wunderbar. Der äußere Weg führt euch direkt am Wasser vorbei. Je nach Position habt ihr North Vancouver, Downtown (siehe Bild oben) oder die riesigen Containerschiffe, die auf die Einfahrt in den Hafen warten, im Blick.

Der Leuchtturm im Stanley Park (im Hintergrund ein Schiff auf dem Weg in den Hafen)

Die bekannteste Sehenswürdigkeit im Park sind sicherlich die Totempfähle (siehe Bild ganz oben). Es sind Repliken echter Totempfähle. Ursprünglich standen hier einmal Originale, die sind inzwischen aber weitgehend in Museen gewandert, weil das Holz zu verrotten drohte. An jedem Totempfahl hängt eine kleine Tafel, der Herkunft und Stamm erläutert. Gleich um die Ecke steht der 1914 errichtete Leuchtturm Brookton Lighthouse.

Darüber hinaus steht mitten im Park das Vancouver Aquarium mit tausenden von Fischen und Meeresbewohnern. Auch Seeadler wohnen dort. Früher gab es im Aquarium auch Beluga-Wale und Delfine, die wurden inzwischen aber in andere Aquarien umgesiedelt. Es gibt aber noch Pinguine, Seelöwen, Robben, Schildkröten, Seeotter und im Amazonas-Bereich auch Kaimane.

Blick aus dem Wasserflugzeug auf den Park

Der Park ist nach Lord Stanley benannt, der ehemalige britische Generalgouverneur in Kanada. Er hat den Park selbst 1888 eingeweiht. Damals wohnten auf dem Gelände noch Menschen. Es dauerte Jahrzehnte bis alle das Areal geräumt hatten. Die Parkverwaltung ging dabei äußerst brutal vor. Sie zündete Wohnungen und Häuser an, um insbesondere chinesische Siedler zu vertreiben. Der Park wie wir ihn heute besichtigen können, ist zwischen 1911 und 1937 entstanden. Der Rundweg – der Seawall – wurde sogar bis in die 1970er-Jahre gebaut.

Wie ihr in den Park kommt: Aus Downtown fährt der Bus Nummer 19 bis in den Park (andere halten davor, sodass ich noch ein langes Stück zu Fuß gehen müsst). Im Park gibt es mehrere Leihstationen für Räder, unter anderem an den Totempfählen, am Aquarium und am Infopunkt am Eingang, an dem auch die Kutschtouren starten. Es gibt sowohl klassische Fahrräder als auch E-Bikes. Ihr könnt auch mit dem Auto rund um den Park fahren.

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