7. Februar 2023

10 Fragen – 10 Antworten: Luxemburg

Hier die wichtigsten Infos für einen Besuch in Luxemburg. Und die meistgestellten Fragen zu Luxemburg im Internet.

OK, die Frage „zu welchem Bundesland gehört Luxemburg“ habe ich mal weggelassen. Die steht tatsächlich auch auf der Liste der meistergestellten Fragen im Internet. Luxemburg ist ein Land mit der Hauptstadt Luxemburg. Nur kurz nebenbei…

Was kann man in Luxemburg (Stadt) machen?

In der Hauptstadt gibt es erstaunlich viel zu tun und zu sehen. Ihr könnt die unterirdischen Gänge der Kasematten (siehe nächste Frage) besichtigen, durch Luxemburg-Grund, die Altstadt, bummeln, von der Corniche, dem „schönsten Balkon der Europas“, ins Tal blicken, auf den Kirchberg fahren. Hier stehen die modernen Gebäude wie der Europäische Gerichtshof oder die Philharmonie, aber auch das Museum für Moderne Kunst, das Mudam. Es gibt alte Festungen und eine historische Abtei. Und ihr könnt zwischen allen Sehenswürdigkeiten beliebig oft hin und her pendeln, denn Busse und Bahnen sind kostenlos in Luxemburg.

Was sind die Kasematten?

Die Kasematten sind kilometerlange unterirdische Gänge in Luxemburg-Stadt. Ursprünglich sind sie als Verteidigungsanlagen gebaut worden. Zwischenzeitlich dienten sie aber auch als Luftschutzbunker oder als Lager einer Brauerei. Es gibt die Petruss- und die Bock-Kasematten. Durch beide gibt es Führungen. Sehr empfehlenswert.

Die Kasematten – lange Gänge unter der Erde
Was muss ich in der Umgebung von Luxemburg gesehen haben?

Luxemburg ist erstaunlich vielfältig. Es gibt zum Beispiel das Müllerthal mit 112 Kilometer Wanderwegen, an der Mosel könnt ihr luxemburgischen Wein probieren oder auf dem Fluss mit dem Ausflugsschiff fahren, im Norden in den Ardennen gibt es herrliche Burgen (siehe Bild unten) zu bewundern und im Süden liegt die Kulturhauptstadt von 2022 Esch-sur-Alzette. Hier könnt ihr auf ein altes Stahlwerk steigen. Es lohnt sich also durchaus nicht nur die Hauptstadt zu besichtigen. Das Land ist klein, aber sehr abwechslungsreich.

Wie viele Tage sollte ich in Luxemburg verbringen?

Für Luxemburg-Stadt reicht ein Wochenende. Im ganzen Land könnt ihr, obwohl es so klein ist, auch gut einen ganzen Urlaub verbringen. Wer gern wandert, findet hier hunderte Kilometer lange Wege. Wer guten Wein mag, ist an der Mosel richtig und in Esch gibt es Industriekultur. Im Norden könnt ihr durch die Ardenne wandern, im Süden seid ihr immer mit einem Fuß in Frankreich. Das kleine Land ist erstaunlich abwechslungsreich und überraschend.

Stahlwerk in Esch
Warum ist Luxemburg so reich?

Weil die Steuern so niedrig sind und die Deutschen früher heimlich über die Grenze Koffer mit Schwarzgeld geschmuggelt haben. Sagen viele Deutsche. Die Luxemburger widersprechen. Sie sind der Ansicht, dass der Reichtum in den Stahlwerken und Erzbergwerken im Süden begründet sei. Vor der Industrialisierung war Luxemburg tatsächlich ein armes bäuerlich geprägtes Land. Das änderte sich mit Erz-Funden um Fond de Gras und dem Aufbau der Stahlwerke in Esch-sur-Alzette. Noch heute ist das luxemburgische Unternehmen Arcelor-Mittal der zweitgrößte Stahlkonzern der Welt.

Wie schnell darf ich in Luxemburg fahren?

Besser nicht so schnell wie ich, wäre keine schlechte Antwort. ich war gerade mal fünf Stundenkilometer zu schnell und musste rund 50 Euro zahlen. Also achtet besser genauer als ich auf euren Tacho. Für Autos, Motorräder und kleine Wohnmobile gilt: 130 auf der Autobahn, 90 auf der Landstraße, 50 innerorts. Bei regen gelten nur 110 km/h auf der Autobahn.

Spricht man in Luxemburg überall deutsch?

Theoretisch schon. Deutsch, lëtzebuergesch und französisch sind nämlich gleichberechtigte Amtssprachen. Wobei lëtzebuergesch keine Schriftsprache ist. Es handelt sich nur um einen gesprochenen moselfränkischen Dialekt. Alle Luxemburger können drei Sprachen. Das Problem ist aber: In Luxemburg leben über 50% Ausländer, in der Hotellerie und in der Gastronomie arbeiten viele Franzosen und Belgier und die können leider kein deutsch mehr. Viele Luxemburger ärgert, dass sie in ihren Geschäften häufig nicht mehr in ihrer eigenen Heimatsprache einkaufen können, sondern auf französisch umswitchen müssen. Wer mehr über Lëtzebuergesch erfahren möchte, findet auf den Seiten der Regierung von Luxemburg spannende Infos und Übersetzungen vom Deutschen ins Lëtzebuergesche.

Die mittelalterliche Burg in Vianden
Seit wann gibt es das Land Luxemburg?

Das Herzogtum Luxemburg gibt es bereits seit dem 963, damals wurde es das erste Mal erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte gehörte es zu Deutschland, Frankreich, Österreich, Spanien und den Niederlanden. Zuletzt zofften sich Franzosen und Preußen um das kleine Land. Beim Wiener Kongress wurde es 1815 für unabhängig erklärt, bleib aber ein Anhängsel der Niederlande, verlor zudem Teil des Staatsgebietes an Preußen (Eifel, Bitburg) und an Frankreich. 1839 wurde Luxemburg von den Niederlanden unabhängig, 1867 das erste Mal international als eigenständiges Land anerkannt.

Ist Luxemburg eine Monarchie?

Luxemburg ist ein Großherzogtum. Die Toskana oder Hessen waren auch Großherzogtümer, Luxemburg ist aber das einzige, das es bis heute gibt. Der Großherzog ist das Staatsoberhaupt des Landes. Theoretisch herrscht er über das Land und kann Gesetze verkünden und erlassen sowie Minister ernennen. In der Praxis macht das aber das demokratisch gewählte Parlament.

Haben Luxemburg und die Niederlande dieselbe Flagge?

Im Prinzip ja. Also farblich betrachtet. Beide Fahnen sind quer gereift rot-weiß-hellblau. Die Farbtöne unterscheiden sich etwas, das niederländische blau ist dunkler. Das sieht man aber nur, wenn man es weiß. Die Gleichheit ist jedoch Zufall. Die Luxemburger Fahne geht auf ein historisches Wappen von 1240 in den Farben rot – weiß/silber – blau zurück. Außerdem nimmt sie Anleihen an der französischen Trikolore, also an der Fahne der französischen Revolution, und einer Fahne der belgischen Revolution von 1830. Wegen der Gleichheit der Flaggen gab es 2006 eine Initiative eine neue Fahne mit dem roten luxemburgischen Löwen in der Mitte und hellblau-weißen Streifen einzuführen. Die Initiative verlief aber im Sande und es blieb bei der rot-weiß-blauen Fahne.

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